Virga
– Fallstreifen –
Virga ist eine Sonderform, die vertikale Niederschlagsschleppe unterhalb von Wolken bezeichnet, wobei der Niederschlag nicht den Erdboden berührt.
Bei schwacher, großräumiger Hebung, sich abschwächender Front oder ausklingender Warmluftadvektion kommt keine Kondensation nach und die Wolke regnet sich selbst ab. Die Partikel verdampfen oder sublimieren auf dem Weg nach unten und erreichen nicht den Erdboden. Fällt Virga aus tiefen Wolken, ist der ausfallende Niederschlag meist flüssig und visuell als diffuse, ausgefranste, stark veränderliche vertikale Wolkenschleppe zu sehen. Bei höheren Wolken oder im Winter besteht Virga gewöhnlich aus Eisplättchen (erkennbar oft an gleichzeitig auftretenden Lichtsäulen), was visuell als scharf abgegrenzte Schleppe erkennbar ist.
Häufige unterhalb der Wolke vorhandene Scherwinde führen oft zu einem Knick. Wenn eine Wolke Fallstreifen erzeugt, lösen sich die Mutterwolken nachfolgend oft auf, denn durch den ausfallenden Niederschlag wird ihr Flüssigkeit entzogen. Bei Cirren passiert das besonders schnell, weil sie verhältnismäßig wenig Eispartikel enthalten. Stehen dann die vertikalen Wolkenstrukturen nur noch allein am Himmel, wird eine Abschätzung ihrer Höhe und auch die Unterscheidung zu Cirrus manchmal schwierig.
Die Sonderform kann an Cumulus (Cu vir), Stratocumulus (Sc vir), Cumulonimbus (Cb vir), Altocumulus (Ac vir) und Cirrocumulus (Cc vir), bei den letzten beiden am häufigsten an der Art floccus (flo).
Text: Claudia Hinz, Fotos: Claudia und Wolfgang Hinz























