Schwammstadt
Wie funktioniert eine Schwammstadt?
Die Stadt ein Schwamm? Klingt erstmal komisch, ist aber im Hinblick auf das städtische Mikroklima ein interessantes Konzept.
Wie im Beitrag über das Stadtklima beschrieben, hat jede Stadt durch ihre heterogene Bebauung, Versiegelung und verstreuten Grünanlagen ihr eigenes Mikroklima. Vor allem die Versiegelung spielt beim Konzept der Schwammstadt eine entscheidende Rolle. Denn wenn es in der Stadt regnet so fließt der Großteil des Wassers über die Dachrinnen und Rinnsteine in die Kanalisation und von dort in die Kläranlage. Die Gebäude und Straßen sind bereits kurz nach dem Regen schon wieder trocken und können wieder Wärme speichern.
Nur in den Grünflächen versickert Wasser und bleibt für Pflanzen verfügbar. Diese verdunsten das Wasser über die folgenden Tage und sorgen für eine dauerhafte Abkühlung der Umgebung vor allem im Sommer.
Die Idee hinter der Schwammstadt ist nun, dass auch Gebäude und Straßen sich bei Regen wie Grünflächen verhalten. Das heißt, sie sollen Wasser wie ein trockener Schwamm aufnehmen und langsam über die nächsten Tage abgeben. Umsetzen lässt sich das vor allem durch Dach- und Fassadenbegrünungen und Straßenbepflanzungen.
Vor allem bei Starkregen oder einem Gewitterschauer speichern diese Begrünungen das Wasser erstmal bevor sie es nach und nach verdunsten oder in die Kanalisation entlassen. Diese wird dadurch auch entlastet, denn für so viel Wasser auf einmal ist sie meist nicht ausgelegt.
Ziel der Schwammstadt ist es also den Regen möglichst lange aus der Kanalisation raus zu halten. Denn gebunden in grünen Dächern und Fassaden kann er langfristig zur Abkühlung des städtischen Mikroklimas beitragen, was im Zuge des Klimawandels nur von Vorteil ist.
📸: Caro
✍️: Johannes & Emma

