Vortragsreihe “Klimakommunikation – Klima und Gesellschaft im Wandel”

Katharina Gies (Europa-Universität Flensburg):

Facetten des Klimawandelskeptizismus – gestiegene Skepsis und sozialstrukturelle Hintergründe

Wie haben sich die Einstellungen zur Klimakrise in Deutschland in den letzten Jahren verändert? Trotz Hitzewellen, Dürren und Starkregen zeigt unsere Studie eine Trendwende: Zwischen 2022 und 2023 nehmen klimawandelskeptische Einstellungen seit Jahren erstmals wieder deutlich zu. Dieser Anstieg geht nicht auf eine kleine Minderheit zurück. Im Durchschnitt über alle Aussagen wurden 2023 59 % der Befragten skeptischer. Leugnen also plötzlich viele Menschen die Klimakrise? So einfach ist es nicht. Klimawandelskeptizismus ist kein „Entweder-oder“, sondern ein mehrdimensionales und graduelles Phänomen. Er umfasst ein breites Spektrum von Einstellungen, die (1) wissenschaftliche Erkenntnisse zur Klimakrise und/oder (2) gesellschaftliche und politische Reaktionen auf den Klimawandel verharmlosen, infrage stellen oder ablehnen.

Mit Daten des GESIS Panels, einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung, untersuchen wir, wie sich diese verschiedenen Formen der Skepsis verändert haben und welche sozialstrukturellen Merkmale mit dem Anstieg zusammenhängen. Dabei zeigt sich: Entscheidend sind vor allem politische Einstellungen. Besonders deutlich hängt der wachsende Skeptizismus mit einer rechten politischen Orientierung, geringem Vertrauen in die Regierung und hierarchischen Weltbildern zusammen. Der Vortrag beleuchtet die Hintergründe der wachsenden Skepsis und diskutiert, warum ein differenzierter Blick auf Klimawandelskeptizismus für Politik und öffentliche Debatte wichtig ist.

 

Wann

26.11.26
17:00 - 18:30

Wo

Wer

FA Klimakommunikation