Vortragsreihe “Klimakommunikation – Klima und Gesellschaft im Wandel”
Prof. Daniel Fischer (Universität Lüneburg):
Überzeugen oder verständigen? Ansätze der Nachhaltigkeitskommunikation und ihre Bedeutung für wirksame Klimakommunikation
Klimakommunikation bewegt sich in einem grundlegenden Spannungsfeld: Auf der einen Seite steht das Ziel, Menschen von bestimmten Einstellungen und Verhaltensweisen zu überzeugen – auf der anderen das Ziel, einen qualitativ hochwertigen, offenen gesellschaftlichen Diskurs über Klimaschutz zu ermöglichen. Beide Ansätze haben ihren Platz, doch sie folgen unterschiedlichen Logiken und setzen unterschiedliche kommunikative Mittel voraus. Der Vortrag stellt theoretische und strategische Ansätze zur Nachhaltigkeitskommunikation vor und fragt, was sie für die Praxis der Klimakommunikation leisten können. Im Mittelpunkt stehen vier theoretische Perspektiven: Argumentationstheorie (wie lassen sich implizite Prämissen sichtbar machen und gemeinsam prüfen?), Framing (wie rahmen wir Probleme, Ursachen und Lösungen – und welchen Unterschied macht das?), soziale Normen (welche Rolle spielen Erwartungen und Verhalten der Bezugsgruppe?) sowie Heuristiken (wie verarbeiten Menschen Botschaften jenseits rationaler Abwägung?). Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Frage, unter welchen Bedingungen eher persuasive oder eher deliberative Ansätze angemessen und wirkungsvoll sind, und welche Risiken und ethischen Fragen jeder Ansatz mit sich bringt. Der Vortrag richtet sich an alle, die Klimakommunikation praktisch gestalten oder wissenschaftlich reflektieren und ihr eigenes kommunikatives Handlungsrepertoire erweitern möchten.
