Scientists4Future


Scientists4Future  

Die DMG, als Vertretung von renommierten Wissenschaftler*innen, aber auch jungen Studierenden, unterstützt das Anliegen junger Menschen, mehr Klimaschutz einzufordern. Die Meteorologie spielt in der Klimaforschung eine wesentliche Rolle, weil sie in alle Teilbereiche mit hineinspielt. Die mit den physikalischen Grundlagen des Klimawandels befassten Wissenschaftler*innen, darunter auch Mitglieder der DMG, sind mehrheitlich der Meinung, dass sich ohne wesentlich beschleunigte Maßnahmen zur drastischen Reduktion von Treibhausgasemissionen die Wetterverhältnisse global stark ändern werden.

LecturesForFuture

In Anlehnung an die Bewegung der Scientists4Future finden in dieser Woche -14. bis 20.062019 –  die “LecturesForFuture” statt, initiiert von Hochschulprofessoren aus Deutschland. Es ist ein gemeinsamer Aufruf mit den ScientistsForFuture, einer Initiative von Wissenschaftlern aus Deutschland, Schweiz und Österreich. Jeder Lehrende kann sich mit eigenen Lehrveranstaltungen an der LecturesForFuture-Aktion beteiligen und sich auf der Webseite registrieren. Mehr Infos dazu unter: www.lecturesforfuture.org.

 

Der Dürresommer 2018 war ein deutliches Warnsignal

Wissenschaftler weisen auf die Lehren des Dürresommers 2018 hin

Die Scientists for Future sehen ihre Aufgabe darin, die Proteste mit wissenschaftlichen Erkenntnissen zu untermauern. Dass die Maßnahmen zum Schutz des Klimas und der Biodiversität völlig unzureichend sind, wurde bereits im März in einer von über 26 000 Wissenschaftler*innen unterstützten Stellungnahme festgestellt. Die Probleme sind seit Jahrzehnten bekannt, gehandelt wurde bisher aber nur zögerlich. Der Dürresommer 2018 in Europa kann als Zeichen zunehmender Wetterextreme infolge des Klimawandels verstanden werden. „Den meisten Menschen ist nicht klar, was in den nächsten Jahrzehnten auf uns zukommen könnte. Der Sommer 2018 hat gezeigt, dass es nicht nur um eine einfache, lineare Erwärmung geht,“ so der TV-Meteorologe Karsten Schwanke.Schon heute verändern sich die Großwetterlagen  ̶  und das bei einer globaler Erwärmung von gerade einmal einem Grad. Die Ausschläge bei drei, vier oder mehr Grad werden verheerend sein.
Dürren in Mitteleuropa und Überschwemmungen in anderen Teilen der Welt sind kein Widerspruch, sondern Effekte des gleichen Phänomens. Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass sich die Starkwindbänder in der oberen Atmosphäre aufgrund des Klimawandels verändern. Diese „Jetstream“ genannten Strömungsmuster in rund zehn Kilometern Höhe steuern global die Hoch- und Tiefdruckgebiete. Im Sommer 2018 lagen diese Strömungsbahnen über lange Zeit fast stationär, dieser außergewöhnliche Zustand führte weltweit zu extremen Wetterereignissen mit vielen Toten und Schäden in Milliardenhöhe.
Neben der Emission an Treibhausgasen ist die Landnutzung ein treibender Faktor im Klimageschehen. Nicht nur das Abholzen der tropischen Regenwälder ist klimaschädlich. Die Monokulturen und die Übernutzung der Agrarflächen durch Intensivlandwirtschaft vermindert, auch in den gemäßigten Breiten, die Widerstandskraft der Böden gegen solche Hitze-Ereignisse wie 2018. Es geht also nicht nur um das Klima allein. Der aktuelle Bericht des UN- Weltbiodiversitätsrats (IPBES) zur Artenvielfalt stellt fest, dass eine Million Arten direkt vom Aussterben bedroht sind, und zwar aufgrund menschlicher Aktivität, insbesondere der Agrarwirtschaft. Der Weltbiodiversitätsrat fordert explizit eine globale, grundlegende Neuorganisation der technologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bestimmungsgrößen unseres Handelns.
Scientists for Future entstand als Reaktion von Wissenschaftler*innen auf die Proteste der jungen Generation. Scientists for Future ist überparteilich und überinstitutionell und sieht seine Aufgabe nicht nur darin, die Jugendlichen mit Wissen und Argumenten zu unterstützen. Ebenso wichtig ist, der Gesellschaft aufzuzeigen, dass ein “Weiter wie bisher“ nicht mehr möglich ist. Wir haben aber als Menschheit das Wissen, die technischen Möglichkeiten und die finanziellen Mittel zum Umschwenken. Wir müssen endlich von völlig unzureichenden, oft nur symbolischen Maßnahmen zu Handlungen in wirksamer Größenordnung übergehen.

 

Ansprechpartner*innen für die Medien

Zu polit-ökonomischen Aspekten: Prof. Dr. Maja Göpel,
Leuphana Universität Lüneburg Tel.: +49-178-6170870, e-mail: maja.goepel@wbgu.de

Zu Klima und Meteorologie, Deutschland: Dipl.-Met. Karsten Schwanke
Kontakt über Malte Hofmann: +49-221-58871552, e-mail:karsten@schwanke.tv

Zu Klima und Meteorologie, Österreich: Assoc. Prof. Mag. Dr. Herbert Formayer,
Universität für Bodenkultur Wien, Tel.: +43-1-47654-81415, e-mail: herbert.formayer@boku.ac.at