Kolloquium Sektion Nord


06.12.2018 – 16:15 Uhr

Institut für Meteorologie und Klimatologie, Leibniz Universität Hannover
Herrenhäuser Str. 2
30419 Hannover
Seminarraum F 118

Kleine unbemannte Forschungsflugzeuge (UAS) im Einsatz für Grenzschichtmeteorologie, Aerosol- und Windenergieforschung

Prof. Dr. habil. Jens Bange, Zentrum für Angewandte Geowissenschaften, Eberhard Karls Universität Tübingen

Kleine unbemannte Forschungsflugzeuge (UAS) gewinnen auch in der Atmosphärenphysik stetig an Bedeutung. Im Vergleich zu den verbreiteten Anwendungen meist kleiner Multicopter, wie z.B. der Bildaufklärung, sind die Anforderungen an kleine, automatisch operierende Flächenflugzeuge allerdings sehr viel höher. Diese UAS
werden auch bei sehr widrigen Umweltbedingungen (Polargebiete, hohe Windgeschwindigkeiten, ausgeprägte Turbulenz) eingesetzt und sollen dabei möglichst genaue und zeitlich hoch auflösende Messungen durchführen.
Dazu ist eine hochwertige wissenschaftliche Nutzlast mit einer Vielzahl verschiedener Sensoren notwendig, die eigentlich thermisch und mechanisch empfindlich, groß und schwer ist, und dabei noch viel Energie verbraucht. Gleichzeitig sollen aber maximale Flugzeiten und Reichweiten erzielt werden. Und die UAS sollen leicht zu bedienen und sehr flexibel einsetzbar sein. Denn die Zielgruppe sind öffentliche wissenschaftliche Einrichtungen und Universitätsforscher, die in der Regel nicht zu großzügig mit Finanzmitteln ausgestattet sind und daher
meist nicht spezialisiertes Personal für den Betrieb und die Wartung  der UAS einstellen können.

Diese Aspekte werden im Vortrag beleuchtet. Dabei werden neben den technischen Aspekten auch Einsatzbereiche wie Grenzschichtmeteorologie, Windenergie und Aerosolbildung sowie dazu gehörige wissenschaftliche Erkenntnisse vorgestellt.