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Publikationen
Meteorologischer Kalender 2003
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Titel
Sommerwolken über dem Barkhäuser Turm bei Erfurt, Thüringen,
5. August 2001, 12 MESZ, Blick nach West, Foto: Stefan Kämpfe
Die
wenig bewaldete Kuppe, auf der der Barkhäuser Turm in der
Nähe der Ortschaft Erfurt-Stotternheim steht, ist früher
das Gebiet eines Klosters gewesen. Heute wachsen hier – inzwischen
abgeerntet - Getreide und Raps. An diesem trockenen Sommertag gelangte
mit einer starken südwestlichen Strömung Warmluft nach
Deutschland. In ihr stieg die Temperatur in Erfurt in Lee des Thüringer
Waldes zu dieser Zeit bis 21°C. Die Leewirkung ist auch an den
seidig glänzenden und nahezu randlosen linsenförmigen Wolken
erkennbar. Von Westen her breitet sich jedoch schon vor allem in
höheren Atmosphärenschichten kühlere Luft aus, erkennbar
an den aufschießenden „blumenkohlförmigen“ Cumulus-Wolken,
die jetzt noch in der trockenen und warmen Luft verdunsten. Im Laufe
des Nachmittags gab es verbreitet Schauer und Gewitter.
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Januar
Waldbrand in den mittleren argentinischen Anden am 18. Dezember
2001, Foto: Carsten Lindemann
Dicke, zum Teil schmutzig-gelbe
Wolken füllen das gesamte Tal
unterhalb des in etwa 5500 m Höhe fliegenden Segelflugzeuges
aus. Im Hintergrund sind als Kontrast die noch tief verschneiten,
bis zu 2500 m Höhe aufsteigenden Andenberge erkennbar. Die Wolken
sind durch einen ausgedehnten Waldbrand entstanden. Sie bestehen
großenteils aus Wassertröpfchen, die beim Aufwirbeln der
heißen Brandluft kondensiert sind. Sie haben sich vor allem
in den helleren oberen Partien gesammelt. Große Wolken-Teile
haben jedoch grau-gelbe und zur Umgebungsluft verschwimmende Konturen;
dies sind ausschließlich Rauchpartikel (besonders am rechten
Bildrand und in den unteren Bildpartien). Brände werden im trockenen
Monat Dezember von starkem Wind aufrecht erhalten. Vom Flugplatz
San Martin de los Andes aus wurde bei einer Leewellen-Wetterlage
in Höhen von 2800 bis 7400 m geflogen und eine Strecke von mehr
als 1100 km im Segelflug in 13 Stunden Flugzeit erreicht. Leewellen
sind im Südsommer im Bereich der Anden zwischen 36° Süd
und 50° Süd recht häufig, zumal die Windgeschwindigkeit
(aus westlichen Richtungen) ausreichend hoch ist. Hier wurde während
des Fluges zwischen 60 und 100 km/h angetroffen. Das Bild wurde am
18.Dezember 2001 am südlichen Wendepunkt dieser Flugstrecke
bei 42° 17´Süd und 71° 45´West aufgenommen.
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Februar
Filigrane Föhnwolken – Momentaufnahmen
der Vergänglichkeit,
Glocknergruppe beim Fuscher Törl (2.404m), Glocknerstraße,
21. Mai 2000, 12.30 MESZ, Foto: Heinz Slupetzky
Wie zarte
und durchsichtige Schleierfische wirken die Föhnwolken
am tiefblauen Himmel; in dem Foto ist ein kurzer Moment eines raschen,
in Minuten ablaufenden Prozesses festgehalten. Einmal liegen die
vergänglichen Schleier und Schlieren über-, dann nebeneinander,
oder sie sind kurzfristig ineinander verwoben um gleich darauf wieder
auseinander zu driften. Die „unsichtbare“ Strömung
wird nur auf eine kurze Strecke aufgrund der Wolkenbildung sichtbar.
Die beiden obenstehenden Bilder zeigen diese Wolkensituation an derselben
Stelle des Himmels wenige Minuten zuvor und lassen die Geschwindigkeit
der Veränderungen erkennen.
In der Vertikalen erstrecken sich
diese Wolkenfische über
2000 bis 3000 m, ihre Untergrenze liegt bei ca. 4500 m Seehöhe. Sie sind
bei einer schwachen westlich Höhenströmung beim Überqueren der
Nord-Süd verlaufenden Nebenkämme der Hohen Tauern entstanden. In
diesem kleinen vertikalen Ausschnitt der Atmosphäre wechselt der Feuchtigkeitsgehalt,
der für die Wolkenentstehung maßgeblich ist, dreimal von gering
noch hoch, um darüber erneut gering zu werden.
Am 21. Mai herrschte durch
ein Hoch über West-
und Mitteleuropa in den österreichischen Alpen am Vormittag sonniges und
trockenes Wetter. Vor dem Durchgang einer Kaltfront in der Nacht zum 22. machte
sich diese ab Mittag durch hohe Bewölkung bemerkbar. Der Wind wehte in
der Glocknergruppe (Hohe Tauern) zunächst - wie die Höhenströmung
- aus West, drehte aber beim Fuscher Törl (dem Fotostandpunkt) bereits
auf Südost (vergleiche die Fahne rechts!) |
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März
Cirren über dem vorfrühlingshaften Norditalien
bei Avolasca, nahe Alessandria, nördlicher Appennin, 26.
März 1997, Foto: Gabriele Barabino
Die noch kahlen
Weidefelder auf den ersten Hügeln in der Nähe
der Po-Ebene (hier: Kirche St. Peter und Paul, 371 m hoch gelegen)
zeigen eine für diese Region typische März-Landschaft:
Noch unbelaubte Bäume, jedoch schon erstes zartes Grün
an einigen Wiesenflächen, auch Luzerne, Weizen und Roggen wird
in dieser Gegend angebaut. Hierzu kommt der klarblaue Frühlingshimmel,
auf dem kontrastreich Cirrusbänder ziehen. An diesem Tag lag
Norditalien zwischen einem Hoch über Mitteleuropa und einem
Tief über dem zentralen Mittelmeer, wobei milde Luft herangeführt
wurde. Die Temperatur erreichte mittags Werte um 15°C, während
sie in der klaren und windstillen Nacht auf Minima um 0°C sank. |
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April
Gewitterwolke mit Amboss, Ravensburg,
Süddeutschland, August
1997, 18 MESZ, Foto: Heinz Muckenfuß
In einer Entfernung
von 15 bis 20 Kilometer tobt ein schweres Gewitter. Die von der
Abendsonne beleuchtete Wolke bedeckt dennoch einen großen
Teil des östlichen Himmels, weil sie bis in Höhen um 10
Kilometer aufreicht. Im unteren Bereich der Wolke sind sehr gut die
blumenkohlförmigen Teile erkennbar, die nahezu vollständig
aus Wassertröpfchen bestehen, obwohl sie bis in Höhen um
6 Kilometer bei Temperaturwerten um –20°C reichen. Diese
Tröpfchen sind also stark unterkühlt. Sie gefrieren fast
spontan, wenn sie auf Eiskeime treffen, das sind kristallförmige
Staubteilchen (meist Feldspat), die vor allem über den Kontinenten
immer in der Atmosphäre vorhanden sind. – Der fast kreisförmige
Amboss, der den Oberteil der Wolke ausmacht, deutet darauf hin, dass
das Gewitter stationär ist. Der stufenförmigen Aufbau des
Ambosses dürfte durch Schwerewellen hervorgerufen worden sein.
Diese Wellen entstehen, wenn der Gewitterturm an der Tropopause anstößt
und sie auch durchbricht; dies wirkt ähnlich, als wenn ein Stein
ins Wasser geworfen wird, der nahezu konzentrische Wellen (hier Wolkenteile)
hervorruft.
Übrigens: Eine derartige Wolke enthält unglaubliche
Mengen an Wasser: Volumen des Wolkenkerns: 8 x 8 x 8 Kubikkilometer = 512 Kubikkilometer
= 512 Milliarden Kubikmeter. Wolkenmasse bei 3g Wassergehalt pro Kubikmeter:
3 x 512 Milliarden Gramm = ca. 1,5 Millionen Tonnen! |
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Mai
Aufziehender Cirrus über einem Rapsfeld, 2. Juli 1983, Südküste
von England in der Nähe von Chichester, Foto: Storm Dunlop
Spektakulär ist der „verdrehte“ Cirrus in der Mitte
des Bildes. Unterhalb dieser Formation sind zwei weitere Cirrus-Bänder
erkennbar, die so angeordnet sind, dass die Vermutung nahe liegt,
sie seien aus Kondensstreifen entstanden. Sie haben nämlich
eine deutlich ausgeprägte obere Partie, aus der Niederschlag
auszufallen scheint. Dies kommt häufig in Situationen vor, in
denen das Flugzeug durch relativ feuchte Luft bei Temperaturwerten
unter –30°C geflogen ist. Das Abgas der Turbinen enthält
nämlich Ruß und andere Partikel, die als Kondensationskerne
wirken. An ihnen kondensiert die mit dem Abgas ausgestoßene
Feuchtigkeit zusammen mit Feuchteanteilen aus der Atmosphäre
zu Tröpfchen, die bei der tiefen Umgebungstemperatur schnell
zu Eiskristallen werden. Hierbei scheint der „verdrehte“ Cirrus
aus einer Wolkenpartie zu fallen, die kompakter ist und somit mehr
Niederschlag produziert: Die Folge ist, dass die Eiskristalle in
tiefere Schichten geraten, in denen andere Windverhältnisse
herrschen, so dass die kleinen Schneeflocken sich deutlich andersartig
anordnen. Die Cumulus-Wolken in Hintergrund sind dort entstanden,
wo die Seewind-Front das Binnenland erreicht hat; sie erhielten einen
zusätzlichen Aufwind durch die Hügelkette der South Downs,
in diesem Fall etwa 15 bis 20 Kilometer von der Küste entfernt.
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Juni
Föhnwolken im Lee der Anden über der patagonischen
Steppe, Lago Viedma, 22. Dezember 2001 (Sommeranfang auf der Südhalbkugel),
Foto: Richard Simonis
Vom Pazifik kommend treffen die kräftigen Westwinde als „Roaring
Forties“ auf das nord-südlich verlaufende Hindernis der
hier stellenweise über 3500 m hohen Anden mit ihren Eisfeldern.
Die Staubewölkung über Chile endet knapp östlich des
Hauptkammes; von dort fegt der Föhnsturm dann in Argentinien über
die Gletscherseen des Vorlandes und häuft den Sand in der spärlich
bewachsenen patagonischen Steppe zu kleinen Dünen auf. In der
Föhnlücke und unter den linsen- und fischförmigen
Föhnwolken herrscht bei extremer Lufttrockenheit eine Fernsicht
von weit über 100 km.
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Juli
Wüstenkürbisse als Zeugen zuvor gefallenen Regens,
Sossusvlei, Namibia, September 1997 (Frühjahr der Südhalbkugel), Foto:
Richard Simonis
Über der vom kalten Benguelastrom im Küstenstreifen
Namibias verursachten subtropischen Wüste Namib bietet blauer
Himmel über
riesigen Dünen und vegetationsfreien Flächen ein charakteristisches
Bild. Im voraufgegangenen Halbjahr hatten jedoch übernormale
Niederschläge im Sossusvlei zu einem explosionsartigen Wachstum
von vielerlei Pflanzen geführt, von denen in der sengenden
Sonne die sukkulenten Wüstenkürbisse am längsten
durchhalten. Nach dem Vergehen der ballartigen Früchte können
die in ihnen enthaltenen Samen Jahre überdauern, bevor ein
neuerlicher Regen sie wiederum zum Keimen bringt.
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August
Cumulus-Wolken über gemähtem Getreidefeld, Mittelndorf,
Sächsische Schweiz (Sachsen), 29. August 1996, Foto: Carola
Grundmann
Das sonnenbeschienene abgemähte Getreidefeld bietet einen erheblichen
Kontrast zur dunkelgrünen Wiese und vor allem zu den sich rasch
entwickelnden Cumulus-Wolken. In der seit dem Vortag heranwehenden
frischen Kaltluft erscheint der Himmel wegen der in den oberen Atmosphärenschichten
nur geringen Luftfeuchtigkeit zwar dunkelblau, in den unteren Schichten
jedoch ist die Luft feucht. Zunächst scheint die Sonne und die
Temperatur steigt. Daher bilden sich im Laufe des Vormittags mit
der vom Boden her einsetzenden Aufwärtsbewegung von Luftpaketen
zunächst kleine, rasch aber größere Wolken. Im weiteren
Tagesverlauf wurden diese Wolken mit der Annäherung eines Tiefdruckwirbels
von den Benelux-Ländern her immer mächtiger, und es entstanden
verbreitet auch Schauer.
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September
Cirren über der „Crete“, Toskana bei Siena,
September 1986, Foto: Ute Löb
Klarblauer Himmel mit lediglich
einigen Cirren über der ausgedörrten
dünenartig wirkenden Landschaft der Toskana geben den überraschenden
Blick frei auf ein Zypressenwäldchen. Diese Region wird „Crete“ genannt,
italienisch für Lehm. Die gesamte Gegend ist abgeerntet, ist
nun kahles Hügelland, das auf den ersten Blick gar nicht zur
Vorstellung von einer „lieblichen Toskana“ passen will.
- Aus den Cirren fällt (oberer Bildrand) etwas Niederschlag,
die jedoch rasch verdunstet. Zwar deuten die kompakteren Cirren in
der rechten Bildhälfte darauf hin, dass diese Wolken der Rest
eines vor vielen Stunden zerfallenen Gewitters sein können,
sie zeigen jedoch keinen Niederschlag mehr. Die Trockenheit wird
sich also trotz der fortgeschrittenen Jahreszeit fortsetzen.
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Oktober
Vulkan Stromboli (Italien) mit „Schäfchenwolken“ (Altocumuli),
1. Mai 2000, ca. 06 MESZ, Foto: Markus Mosinger
Nahezu ständig aktiv ist der im Thyrrhenischen Meer liegende
Vulkan Stromboli. Sein Kegel ragt – an diesem Tag mit einer
nur kleinen Rauchfahne – aus dem wenig bewegten Meer. Am Himmel
sind Altocumuli aufgezogen, die im Deutschen oft als „Schäfchen-Wolken“ bezeichnet
werden, weil sie ähnlich flauschig und wollig wie Lämmer
aussehen. Sie sind teils durchsichtig (= translucidus), teils auch
kompakt (= opacus), und sie geben einen guten Kontrast zum schon
hellen Morgenhimmel und dem nahezu schwarz erscheinenden Vulkankegel.
Beinahe könnte man meinen, dass die unteren dunkel erscheinenden
Wolken durch den Rauch des Vulkans noch kompakter werden.
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November
Dampfender Bach bei Frost und
starkem Reif, Lüneburger Heide,
Niedersachsen, 6. Januar 1979, nachmittags Foto: Ekkehard Steinborn
Wie
ein verwunschener Feen-Wald wirkt der mit Bäumen und hohem
Gras umstandene Bach. Aus ihm steigt Dampf auf, was auf große
Kälte hinweist. Immerhin lag die Temperatur an diesem Morgen
bei minus 12°C, und die Schneehöhe betrug 22 cm. Von der
Seite scheint die tief stehende Sonne auf die linke Bachseite, die
mit dieser Beleuchtung einen scharfen Kontrast von Hell und Dunkel
erfährt; ebenfalls wirken die bereiften Äste der Bäume
sehr unterschiedlich. Vor allem wegen dieser Beleuchtung und dem
gleichzeitig aus dem Bach aufsteigenden Dampf verschwimmen manche
Konturen, die den märchenhaften Eindruck entstehen lassen. Ein
Teil des Reifansatzes dürfte durch den vom Bach aufsteigenden
Nebel entstanden sein. |
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Dezember
Blick vom Jungfraujoch (3576
m) nach Süden zum Konkordiaplatz,
Datum 6.November 1989, abends, Nordstaulage im Berner Oberland,
Foto: Ruedi Wyss
Vom Jungfraujoch (3576 m) blickt man nach
Süden über den
Jungfraufirn hinweg zum sog. Konkordiaplatz und auf den Grossen Aletschgletscher.
Der Fotograf steht gerade noch in den von Norden heranwehenden Wolken,
die sich am Bergmassiv stauen. Nach Süden zu reisst der Wolkenvorhang
auf und gibt den Blick auf dieses großartige Panorama frei.
Die in größerer Höhe über die Gipfel hinweg
reichenden dunklen Wolken werden nach Süden zu immer dünner.
Im Lee des Gebirgsmassivs verursacht die absinkende Luft eine Föhnströmung,
so dass dort der Himmel wolkenfrei bleibt. Besonders eindrucksvoll
wirkt ein Sonnenstrahl im Mittelgrund des Bildes, der von Westen
her über den grossen Aletschfirn gerade den Konkordiaplatz noch
erreicht und einen schmalen Streifen des Gletschers hell erleuchtet. |
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