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Schwerpunktthema: NEUES ZUM
THEMA UMWELT UND KLIMA, EUROPAWEIT
Titelbild: Messfeld der Säkularstation Potsdam. Süring-Stiftung
Die meteorologischen Beobachtungen an der Säkularstation Potsdam stellen für die Klimaforschung ein einmalig umfassendes, vollständiges und qualitativ hochwertiges Datenmaterial dar. Die Säkularstation nimmt wegen ihres Datenumfangs und ihrer Homogenität eine weltweit einzigartige Stellung als Klimareferenzstation ein. Zur Absicherung der zukünftigen Messungen und Beobachtungen soll die Reinhardt-Süring-Stiftung dienen. Zur Bereitstellung des Gründungskapitals führt die DMG eine Spendenaktion zur Stiftungsgründung durch. (Fortsetzung des Textes) Eine größere Version (118kB) dieses Bildes können Sie betrachten, wenn Sie hier klicken. |
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| Editorial - der Neue
stellt sich vor
Im Sommer letzten Jahres haben Sie mich
zum Vorsitzenden der DMG gewählt. Da vermutlich nicht alle Mitglieder
mich kennen, möchte ich mich Ihnen kurz vorzustellen. Seit 1996 leite
ich am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) die Klimasystemabteilung
und lehre seit September letzten Jahres Klimaphysik am Institut für
Physik der Universität Potsdam. Zurzeit bin ich für die Zeit der
Beurlaubung des Gründungsdirektors, Professor Schellnhuber, amtierender
Direktor des PIK. Der Weg zum Gipfel des Telegrafenberges in Potsdam - was
selbstverständlich rein geografisch zu verstehen ist - führte mich
skalenaufwärts von den Turbulenzspektren der bodennahen Luftschicht
(Promotion, Universität Hamburg) über die Mesoskala-Meteorologie
(Forschungszentrum Geesthacht) bis zur globalen Klimamodellierung (Max-Planck-Institut
für Meteorologie) und der Theoretischen Klimatologie, die ich von 1996
bis 2002 auch in der Lehre an der FU-Berlin vertreten habe.
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Mit dem neuen Jahr, das schon ein paar
Tage alt sein wird, wenn dieses Heft der Mitteilungen gedruckt ist, wird
sich sekretariell bei der DMG eine ganze Menge tun. Viel mehr Wandel ist
kaum denkbar, denn sowohl der Standort Berlin wird in Zukunft der alleinige
sein, als auch die Besetzung des Sekretariats wird sich ändern. Und
dennoch geht all dies in sanfter Kontinuität über die Bühne.
Seit dem 1. Januar 2003 ist - bitte jetzt einen Tusch - meine Nachfolgerin,
Frau Marion Schnee, Inhaberin des Sekretariatsleitungspostens. Auch wenn
das Rechtschreibkorrekturprogramm die Worte Nachfolgerin und Inhaberin bekrittelt
(also so was!), wir freuen uns außerordentlich, jemanden mit Schwung
und Praxis und Ausstrahlung zur Nachfolge und Inhabe gewonnen zu haben. Einen
Text zum besseren Kennenlernen finden Sie gleich nach diesem Beitrag.
Arne Spekat
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Alle Wetter! Der
Name ist Schnee, Marion Schnee. Ich werde ab Januar 2003 das wissenschaftliche
Sekretariat von Arne Spekat übernehmen. Und wenn die DMG weiter ihren listigen
Plan verfolgt, für jedes Wetterphänomen einen Mitarbeiter entsprechenden
Namens zu beschäftigen, werden wir nicht nur bald die größte
wissenschaftliche Interessenvertretung des Landes sein, sondern sicherlich auch
die mit dem aufmerksamkeitsstärksten und gleichermaßen subtilsten
Branding.
Aber ganz im ernst - Sie ahnen sicherlich, dass gute Öffentlichkeitsarbeit ganz so einfach nicht ist und auch ganz so teuer nicht sein muss. Jedenfalls wird das ein Kernbereich meiner zukünftigen Aufgaben sein. Darüber hinaus werde ich für die herausgeberische Betreuung der DMG-Mitteilungen sowie der Meteorologischen Zeitschrift und - das liegt mir besonders am Herzen - als Ihr Ansprechpartner innerhalb der DMG fungieren. Kurz zu meiner Person: Als Diplom-Bibliothekarin (Fachrichtung wissenschaftliche Bibliotheken) sowie durch ein zweites Studium der Geowissenschaften und meine Tätigkeit beim Deutschen Bibliotheksinstitut verfüge ich über reichhaltige Erfahrungen im wissenschaftlichen Umfeld. Die nachfolgenden 10 Jahre, meine "Wanderjahre", habe ich in der so genannten freien Wirtschaft verbracht. Die Stationen und Branchen waren jede in ihrem Umfeld spannend - von Architekturbüro über Werbeagentur, Onlineservice, Musikverlag und -vertrieb bis zum Designbüro. Die Tätigkeitsschwerpunkte umfassten Marketing und PR, Finanzen, Informationsgewinnung und Aufbereitung, sowie Projektplanung -und koordination. Zuletzt war ich als Bereichsleiterin Marketing in einem mittelständischen Software-Unternehmen beschäftigt. Ein Auge für Details wie auch für das ganze Bild, sowie ein Blick für Neues, Ungewöhnliches war mir jobübergreifend immer eine gleichermaßen sinnvolle Fertigkeit wie Haltung. Das zieht sich wohl ebenso durch meine Hobbys- privat beschäftige ich mich nämlich mit Fotografie und Kinematografie. Außerdem habe ich großes Interesse an fernen Ländern und fremden Kulturen - so viel angewandte Geowissenschaft muss sein. Nachdem die DMG sich jetzt also für mich als wissenschaftliche Sekretärin entschieden hat, schließt sich so mit dem Weg in den Wasser-/Wetterturm in Berlin-Steglitz ein Kreis. Basierend auf der Summe meiner vielfältigen Erfahrungen erwarte ich dort in meinem neuen Tätigkeitsfeld zusätzliche Akzente setzen zu können und wünsche mir darüber hinaus, möglichst viele von Ihnen recht bald auch persönlich kennenzulernen. Einigen von Ihnen wird die Berliner Aktion der Patenschaftsübernahme für Druckgebilde bekannt sein, wobei ein Hoch teurer als ein Tief ist. Inwiefern dies widerspiegelt, wo "mehr passiert", darüber lässt sich trefflich streiten. Ich freue mich jedenfalls, bei der DMG hereingeschneit zu sein, um sicherzustellen, dass auch zukünftig immer "etwas passiert". Marion Schnee
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Der Artikel von J. M. Moisselin et al. in "La Métérologie", August 2002, beschäftigt sich mit Untersuchungen zu langzeithomogenisierten Daten der Temperatur und des Niederschlags. Die Erfassung langzeitiger Datenreihen hat in Frankreich eine lange Tradition.
S. Theunert, Wittlich
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Die Bedeutung langjähriger Zeitreihen
wurde durch die beiden Artikel zuvor verdeutlicht. Die meteorologischen Beobachtungen
an der Säkularstation Potsdam stellen für die Klimaforschung
ein einmalig umfassendes, vollständiges und qualitativ hochwertiges
Datenmaterial dar. Die Säkularstation nimmt wegen ihres Datenumfangs
und ihrer Homogenität eine weltweit einmalige Stellung als Klimareferenzstation
ein. Der Deutsche Wetterdienst sieht sich nicht in der Lage, die Potsdamer
Station im bisherigen Umfang weiterzuführen. Zur Absicherung der zukünftigen
Messungen und Beobachtungen soll die Reinhardt-Süring-Stiftung
dienen. Zur Bereitstellung des Gründungskapitals wird um Beteiligung
an der Spendenaktion zur Stiftungsgründung gebeten. Dabei ist jede Spende
willkommen. Das Spendensonderkonto wird geführt bei der Dresdner Bank
AG, Filiale Elmshorn, Konto: 07 133 066 00, BLZ: 221 800 00 Kontobez.:
DMG e.V., Süring-Stiftung.
S. Theunert, Wittlich
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EU-Programm für saubere LuftWeitere Informationen sind im Internet unter der Adresse http://www.europa.eu.int/comm/environment/policy_de.htm#b verfügbar. Aus: UBA, Jahresbericht 2001 |
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Seit 2001 ist das Umweltbundesamt, Berlin,
Partner im neu gegründeten Europäischen Themenzentrum (ETC) "Luft
und Klimaänderung" der europäischen Umweltagentur (EEA). Das Themenzentrum
wird vom Reichsinstitut für Volksgesundheit und Umweltschutz der Niederlande
(RIVM), Bilthoven, geleitet. Das UBA leitet die Untergruppe "Klimaänderung".
Aus: UBA, Jahresbericht 2001 |
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Der FAGEM führte verschiedene Fachtagungen
durch oder beteiligte sich an Veranstaltungen.
Cornelia Lüdecke, FAGEM
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Der Vorsitzende des Fachausschusses ist derzeit
Prof. Dr. Wilhelm Kuttler, Universität Essen, sein Stellvertreter Dr.
Ulrich Reuter, Landeshauptstadt Stuttgart. Die Zahl der Mitglieder (Stand
August 2002) beträgt 71.
Wilhelm Kuttler
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Heft 3/2002 der Mitteilungen DMG, S. 5: Die beiden Kassenprüfer der DMG sind Dipl. Met. Günter Heise und Dr. Stefan Bakan. Ihre Stellvertreter sind Dipl. Met. Horst Günther und Dipl. Met. Wolfgang Seifert sind, wobei keine konkrete Zuordnung Kassenprüfer/Stellvertreter existiert. Arne Spekat
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Und das zu jeder Jahreszeit. Hoffentlich
bewahren diese Worte ihre Glaubwürdigkeit, wenn sie aus der Tastatur
des EMS-Sekretärs geflossen kommen. Wir haben in der Tat ein ereignisreiches
Jahr hinter uns, auch aus EMS-Sicht. Weitere Mitglieder und Unterstützer
konnten gewonnen werden, so dass wir von nun an 29 Gesellschaften in 24 Ländern
Europas (Dänemark und Bulgarien eingeschlossen, die sich jüngst
um die Aufnahme in die EMS beworben haben) umfassen und 18 Assoziierte Mitglieder
haben werden.
Arne Spekat
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Ein rundes Dutzend Experten aus dem Bereich Meteorologie/Bildung und aus 10 europäischen Ländern trafen sich am 16. November 2002 in Brüssel zu einem Workshop des EMS Education Committees. Es galt, kurz-, mittel- und langfristige Ziele zu erörtern sowie die Aktivitäten des neugegründeten Komitees zu fokussieren. Die Leitung hatte der Vorsitzenden des EMS Education Commitee, Jon Wieringa aus Wageningen. Für die DMG nahmen Christian Zick und Werner Wehry teil. Ich selbst trug einen Hut mit DMG- und EMS-Beschriftung. ![]()
Ein zentrales
Anliegen des Komitees ist, sich über Ländergrenzen hinweg der Schulbildung
anzunehmen. Eine norditalienische Stadt mit schiefem Turm hatte sich 2002
zur Namenspatronin, bzw. Akronymlieferantin einer reichhaltig diskutierten
Studie ins Gespräch gebracht. Ein besseres Verständnis des Wetters
und der Umwelt generell - wem sage ich das? - ist natürlich per se schon
wünschenswert. Wir sehen darüber hinaus die Möglichkeit, Meteorologie
auch als didaktisches Vehikel, sozusagen, für das Vermitteln physikalischer
Vorgänge und naturwissenschaftlicher Methoden zu nutzen. Just im Jahre
2003 findet in Madrid die alle vier Jahre abgehaltene "Education Weather
Ocean, Climate"(EWOC) - Conference statt, auf der sich auch viele Experten
aus dem Schul-Naturwissenschaftsbereich treffen. Für diese Tagung wird
das EMS Education Committee etliche Beiträge erarbeiten.
Arne Spekat
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Die folgenden Betrachtungen mögen
manchem Leser vielleicht überflüssig vorkommen, da sie für
seine Praxis wenig bedeuten. Diese Meinung vertritt sicher vor allem jemand,
der in einem größeren meteorologischen Institut oder beim DWD
tätig ist. Anders jedoch, wenn ein Meteorologe als "Einzelkämpfer" an
einer nichtmeteorologischen Einrichtung arbeitet und deshalb ständigen
Kontakt z. B. mit Chemikern, Hygienikern, Raumplanern, Forst- oder
Landwirtschaftswissenschaftlern o. a. hat. Dann werden das Vorhandensein
seiner Stelle, seine Aufgaben und Leistungsbewertung usw. - sogar z. B. bis
zur Nomenklatur einer meteorologischen Professur - von Nichtmeteorologen
bestimmt und beurteilt. Terminologische Fragen erhalten dann schnell Gewicht.
Meteorologie (oder neuerdings gelegentlich: Atmosphärische Wissenschaften)
Die Notwendigkeit der Klimaprognose durch Meteorologen wird nicht dadurch eingeschränkt, dass zunächst Zuarbeit anderer Fächer über die Prognose des CO2-Gehalts der Atmosphäre u. a. notwendig ist. Die Klimatologie ist zugleich ein Zweig der Physischen Geographie, für die naturgemäß mehr die langfristigen als die kurzfristigen Aspekte Gewicht besitzen. Auch für die zweite, ungünstigere Zuordnungs-Variante wird neuerdings manchmal der Oberbegriff "Atmosphärische Wissenschaften" verwendet: Atmosphärische Wissenschaften
Bei Übernahme von Begriffen vom Ausland ist die Gefahr groß, dass diese Übernahme nicht Ergebnis eines Denkprozesses ist, sondern völlig unbewusst erfolgt, vielleicht als Ausdruck eines Minderwertigkeitsgefühls, erstens allgemein der Deutschen, zweitens speziell der Meteorologen. Dies soll selbstverständlich nicht heißen, dass jede Übernahme aus dem Ausland negativ zu werten wäre. (Eine ähnliche Problematik besteht z. B. allgemein in den Naturwissenschaften bei der völlig unkritischen und unbewussten Übernahme mancher englischer Fachtermini, nach dem Motto "Was aus den USA kommt, muss gut sein".) Eine Kompromisslösung zwischen der günstigeren und der ungünstigeren Grundvariante soll erwähnt werden: Man könnte die Meteorologie (im engeren Sinne) als Nebenbegriff zur Klimatologie von der Meteorologie (im weiteren Sinne) als Oberbegriff für Meteorologie (im engeren Sinne) und Klimatologie auffassen.- Als Beispiel sei W. Köppen in seinem Buch "Grundriss der Klimakunde" genannt: "Die Klimakunde oder Klimatologie ist ein Zweig der Meteorologie im weiteren Sinne". Es gälte also: Meteorologie im weiteren Sinne
Auch nach 50 Jahren erscheint mir insgesamt die Unterordnung der Klimatologie unter die Meteorologie genauso überzeugend wie damals. Es besteht für mich kein Grund, von diesem Sprachgebrauch abzugehen. Die meteorologischen Dienste (und nicht: meteorologische und klimatologische Dienste) besitzen Klimaabteilungen. Es existiert eine Internationale Gesellschaft für Biometeorologie (also nicht für Bioklimatologie), die sich selbstverständlich auch für die langfristigen, d. h. spezifisch bioklimatischen Fragen zuständig fühlt. Nach wie vor gibt es den Diplom-Meteorologen. Die gelegentlich gebrauchte Bezeichnung "Dynamische Meteorologie" als Gegensatz zur Klimatologie eignet sich nicht, weil auch das Klima den dynamischen Gesetzen gehorcht. Die Meteorologie erschöpft sich auch nicht in "Physik der Atmosphäre". Die Meteorologie benötigt die Physik als wichtigste Hilfswissenschaft, aber sie geht nicht in ihr auf. Die Physik der Atmosphäre zieht sich quer durch die gesamte Meteorologie und ihre Untergebiete. Ähnliches gilt für die Chemie. Der Satz "Aus Stickstoffdioxid entsteht photochemisch Ozon" ist - da eine chemische Umwandlung erfolgt - zu 100 % und ohne jeden Abstrich Chemie. Zugleich ist dieser Satz - da der Prozess in der Atmosphäre erfolgt - zu 100 % und ohne jeden Abstrich Meteorologie. Entgegentreten muss man aber dem Anspruch mancher Atmosphärenchemiker, die Spurenstoffe ganz aus der Meteorologie herauszulösen und für die Chemie zu beschlagnahmen. Konsequenter Weise würde dann auch die Luftfeuchte als Stoff "Wasser" aus der Meteorologie herauszulösen sein! Seit einigen Jahren gewinnt der Modebegriff "Klimaforschung" immer mehr an Raum. Er hat sich auffällig schnell auch in Kreisen außerhalb der Meteorologie bzw. in der Öffentlichkeit eingebürgert. Aber brauchen wir wirklich neben der Klimatologie eine Klimaforschung? Offenbar nicht! Schließlich braucht die Biologie keineswegs eine zusätzliche Bioforschung, die Geologie und Geographie keine extra Geoforschung. Sinnvoll wäre der Begriff Klimaforschung, wenn eine Gegenüberstellung der Forschungsarbeit zu klimatologischer Routinearbeit (Datenverarbeitung usw.) gemeint wäre. Aber so wird der Begriff im Sprachgebrauch tatsächlich eben nicht aufgefasst. Gemeint ist im Begriff Klimaforschung eigentlich der Spezialaspekt Klimaentwicklungs- bzw. Klimaänderungsforschung oder auch Klimaprognostik. Dies sind sinnvolle Bezeichnungen. Mit der üblichen Auffassung des Begriffs "Klimaforschung" wird eine abwertende Abgrenzung z. B. zur regionalen Klimatologie hergestellt. Forschungsarbeit zum regionalen Klima eines Gebietes ist dann keine Klimaforschung, auch wenn komplizierte Modelle für die Berechnung schwer messbarer Größen und schwer erfassbarer Prozesse (z. B. Föhn), aufwändige Interpolationsverfahren bei der Konstruktion von Isolinien auf Karten entwickelt und detaillierte Niederschlagskorrekturen berechnet werden! Der Einwand, Klimaforschung im Sinne von Klimaprognostik benötige ja auch den Gegenwartszustand des Klimas und untersuche ihn, trifft den Kern der Sache nicht. Erstens bleibt dann Klimatologie der Gegenwart kein selbständiges Forschungsziel. Zweitens muss regionale und lokale Klimatologie räumlich differenzierter vorgehen, als es für die Aufgabe der Klimaprognose notwendig wäre. Beispiele sind vor allem für die angewandte Klimatologie wichtige Klimaunterschiede, etwa zwischen Waldlichtung und Wald oder zwischen den vier Seiten eines Bauwerks. Analog zur "Klimaforschung" gilt ferner: Der gelegentlich verwendete Begriff "Klimafolgeforschung" bedeutet eigentlich "Klimaänderungsfolgeforschung" bzw. "Klimaentwicklungsfolgeforschung". Die leider üblich gewordene Auffassung des Begriffs Klimaforschung muss also bedauert werden! (Bewusst überspitzt und etwas boshaft ausgedrückt könnte man sagen: je sinnloser ein neuer Begriff ist, um so schneller bürgert er sich ein). Neuerdings wird bei der oben besprochenen weniger günstigen Zuordnungsvariante gelegentlich der Meteorologie nur noch die Klimaforschung gegenübergestellt und die Klimatologie verschwindet als Bezeichnung völlig. Dies stellt zweifellos erst recht keine glückliche Tendenz dar. Allerdings könnte es sein, dass z. B. ein Institut den Namen "Institut für Meteorologie und Klimaforschung" unabhängig von Sachgründen bevorzugt, weil der hohe Bekanntheitsgrad des Begriffs "Klimaforschung" zu mehr Geldmitteln verhilft, als wenn es nur "Institut für Meteorologie" hieße. Dann bleibt nichts anderes übrig, als sich seufzend abzuwenden! Vielleicht soll auch der Modebegriff "Klimaforschung" den Meteorologen zu mehr Selbstvertrauen verhelfen? Zum Verhältnis von Meteorologie und Physik vgl. Meteor. Rdsch. 19 (1966) S. 83-85, zu weiteren Problemen der Klimatologie Mitt. DMG 2/95, zu gegenwärtigen Fehlentwicklungen in der Meteorologie Mitt. DMG 1/97, zum Wetterbegriff Mitt. DMG 4/2001. G. Flemming Dorfhainer Str. 6 01189 Dresden |
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Seit 1954 ist das Meteorologische Institut
der FU Berlin für die Vergabe der Namen der Hoch- und Tiefdruckgebiete
zuständig. Diese Namen, d.h. Vornamen, werden häufig von Wetterdiensten
und Medien übernommen.
S. Theunert, Wittlich
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Stand: 26. Februar 2002, Webimplementierung: A. Spekat