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Schwerpunktthema: Flugmeteorologie
Titelbild:
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Editorial Im
Jahre 2001 konnte das Forschungsflugzeug FALCON der DLR sein 25-jähriges
Bestehen feiern, ein Vierteljahrhundert im Einsatz für die fluggestützte,
angewandte Forschung und flugmeteorologische Untersuchungen. Die spezifischen
Flugeigenschaften in Verbindung mit ihrer Funktion als Instrumentenplattform
kommen experimentellen Untersuchungen zur Erkundung von Erde und Atmosphäre
zu Gute - für Zwecke der Umwelt- und Atmosphärenforschung, der Fernerkundung
der Erdoberfläche sowie auch für die Erprobung von Verfahren der Nachrichtentechnik.
Hinsichtlich flugmeteorologischer Fragestellungen wurden beispielsweise die Emissionen
von Flugzeugtriebwerken und die Ausbildung von Kondensstreifen, auch im realen
Flugbetrieb, experimentell untersucht (SULFUR, ATTAS). Weiterhin konnte die Zusammensetzung
der Atmosphäre längs stark frequentierter Flugrouten über dem
Nordatlantik erforscht (POLINAT) werden. Diese Forschungen liefern auch Beiträge
für eine umweltgerechte flugmeteorologische Ausbildung, wie an der Lufthansa Verkehrsfliegerschule
in Bremen. Zu Aspekten der sicherheitsrelevanten Pilotenschulung gehören
sicherlich auch die Vereisungsvorhersage sowie die orografische Turbulenz, weitere
Themen des Schwerpunktes Flugmeteorologie I. Im Rahmen einer notwendigen Angleichung
der europäischen Ausbildungsstandards kann die DMG ein Diskussionsforum
bieten.
S. Theunert
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Meteorologie an der Lufthansa Verkehrsfliegerschule Einleitung
Luftverkehr und Meteorologie
Pilotenausbildung bei Lufthansa
Die Verteilung von Prüfungsfragen auf die einzelnen Fächer der Pilotenausbildung zeigen ein ähnliches Bild. Von den 2.130 Prüfungsfragen des PPL entfallen 330 Fragen auf die Meteorologie (15 %). Die Fragen des ATPL sind nicht veröffentlicht, aber man kann mutmaßen, dass Fragen zur Meteorologie einen Anteil von 10% haben (800 von 8.000 Fragen). Ausbildungsinhalte und Prüfungsfragen weisen dem Fach Meteorologie einen hinteren Rang zu, und dies scheint im Widerspruch zur Bedeutung des Faches bei Flugunfällen zu stehen. Tatsächlich muss man aber bedenken, dass gerade in der Grundausbildung von Piloten die Betonung von Navigation und Technik zunächst bedeutsamer ist. Wünschenswert wäre allerdings, wenn in einer Art Fortbildung für Piloten das Fach Meteorologie die Bedeutung hätte, die aus Unfalluntersuchungen hervorgeht. Themen der meteorologischen Ausbildung
Die Unterrichtung von Flugmeteorologie, d.h. von Themen wie Vereisung, Turbulenz, Windscherung und Jetstreams hat die größte Bedeutung. Sie weckt bei den Pilotenschülern auch in der Regel das größte Interesse, weil ihr neben der Nutzung meteorologischer Produkte zur Flugvorbereitung, d.h. Lesen des METAR, TAF und SIGMET die größte praktische Bedeutung für die Tätigkeit auf der Linie zu kommt. Anregungen zur Didaktik
Birgit Bubelach, (birgit.bubelach@lft.dlh.de)
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ADWICE: ein gemeinsames Projekt von DLR, DWD und IMUK zur VereisungsvorhersageWährend die Vereisungsvorhersage im Flugverkehr bisher im wesentlichen auf der Auswertung von räumlich weit verteilten, nur 12-stündlich vorliegenden Radiosondenaufstiegen und auf der direkten Beobachtung von Vereisung durch die Piloten fußte, wird in ADWICE die Vereisungsgefahr im Gebiet des Lokalen Modells (LM) des DWD stündlich mit einer horizontalen Auflösung von 7 km bestimmt. Im Folgenden wird die Vereisungsproblematik und die Funktionsweise von ADWICE kurz dargestellt. In Tafferner et al. (2001) wird darauf ausführlich eingegangen. Die Vorhersage von atmosphärischen Bedingungen, die zur Vereisung von Flugzeugen während des Fluges führen können, erfordert im Prinzip eine Prognose der Temperatur, des Gehalts von Flüssigwasser in Wolken und sogar der Größenverteilung der Tröpfchen. Letztere ist wichtig wegen der speziellen Rolle der sogenannten "supercooled large drops (SLD)", die im Bereich von 40µm bis 400µm liegen und eine besondere Gefahr darstellen. Ihr Auftreffen auf einen Flugzeugkörper erzeugt plötzliche, hohe Eisansatzraten bis zu 4 mm/min und kann auch zu einem Eisansatz an Flugzeugteilen führen, die nicht von Enteisungsanlagen geschützt sind. Tröpfchen dieser Größe gefrieren nämlich unter Umständen nicht sofort beim Auftreffen, sondern fließen an Flügel- und Rumpfteilen entlang und bilden einen Eisansatz an Stellen, wo sie nicht mehr pneumatisch weggesprengt oder weggeheizt werden können Dies verdeutlicht sofort, dass die Vereisungsvorhersage ein schwieriges Unterfangen darstellt. Das Wolkenflüssigwasser und die Tröpfchenverteilung in Wolken können nicht routinemäßig gemessen und auch nicht von den heutigen numerischen Modellen mit genügender Genauigkeit vorhergesagt werden. Schon die Position von Wolken, ihre Unter- und Obergrenze wird häufig von den Modellen falsch prognostiziert. Um diese Schwierigkeiten zu umgehen und trotzdem eine Vereisungsvorhersage zu ermöglichen, wurden indirekte Methoden entwickelt, die die mögliche Vereisungsgefahr aus den vorhergesagten Vertikalprofilen von Temperatur und Feuchte ableiten. Entsprechende Algorithmen weisen eine hohe Trefferquote auf, wie durch Pilotenmeldungen (PIREPS) bestätigt, führen jedoch i.a. zu einer zu weiten Ausdehnung der Vereisungszonen (Overforecasting) und zu einer hohen Falschalarmrate. Man versucht daher diese Zonen durch Information aus zusätzlichen Datenquellen einzuschränken. Datenfusionskonzepte wurden daher entwickelt, in denen numerische Prognosedaten mit Satelliten-, SYNOP- und Radardaten in geeigneter Weise verbunden werden mit dem Ziel, den Vereisungsraum möglichst gut einzugrenzen. Ein solches Konzept wurde auch in ADWICE verwirklicht. Die Datenprozessierung in ADWICE geht von einem Firstguess-Feld der Vereisung aus, das unter Verwendung von Algorithmen, die am NCAR in Boulder (USA) entwickelt wurden, erstellt wird. Diese Algorithmen berücksichtigen die Vereisungsszenarien "gefrierender Regen", "stratiforme Vereisung", "konvektive Vereisung" und "stabiles Regime". Die prognostizierten Temperatur- und Feuchteprofile an Gitterpunkten des LM werden dabei auf diese Szenarien hin untersucht. Zum Beispiel geht man bei "gefrierendem Regen" davon aus, dass gefrorene Niederschlagsteilchen aus einer Wolkenschicht mit mindestens 85% relative Feuchte und einem Temperaturbereich zwischen -12° C bis 0° C in eine tiefere Luftschicht mit Temperaturen oberhalb 0° C fallen, wobei die Niederschlagsteilchen schmelzen. Weiter unten geraten diese jedoch wieder in eine unterkühlte Luftschicht, wo die Tropfen jedoch nicht gleich wieder gefrieren und die Luft auch nicht so trocken ist, dass sie verdunsten. Dies ist dann der vereisungsgefährdete Bereich. Hier sind die Tropfen unterkühlt und gefrieren beim Auftreffen auf ein Hindernis, sei es ein Flugzeug, das in dieser Zone fliegend natürlich eine unterkühlte Oberfläche hat, oder sonstige Objekte wie bspw. Hochspannungsleitungen und letztlich auf den Boden. Ein typisches Temperatur- und Feuchteprofil für gefrierenden Regen zeigt die TEMP-Prognose vom LM für den Gitterpunkt Greifswald für den 23. Dezember 1999 12 UTC (Abb. 1). Tatsächlich wurde hier auch gefrierender
Regen gemeldet und der beobachtete TEMP von Greifswald bestätigt die
LM-Prognose (nahezu identisch mit dem Profil in Abb. 1 und daher nicht gezeigt). Die
grauen vertikalen Balken in der Graphik markieren Bereiche von Vereisungsgefahr
(normalerweise in Farbe zur besseren Unterscheidung), wie von ADWICE berechnet.
Der kleine Balken in Bodennähe bei 1000 HPA ist hierbei der gefrierender
Regen und zwischen 800 und 530 hPa finden sich noch Zonen von "konvektiver" und "stabiler" Vereisung.
Im "konvektiven Regime" wird der prognostizierte TEMP zusätzlich zu
vorgegebenen Temperatur- und Feuchteschranken auf Labilität hin untersucht.
Starke Feuchtekonverenz in einer labilen Schicht führt zu einem Überschuss
von Wolkentropfen gegenüber Eisteilchen und bildet so eine Vereisungsgefahr.
Vereisung im "stabilen Regime" setzt lediglich relative "warme" Temperaturen
(> -12° C) in der Wolke voraus, wobei die Umgebung stabil geschichtet
ist. In diesem Fall kann über den physikalischen Vorgang der Bildung
von unterkühlten Tröpfchen am wenigsten ausgesagt werden. Eine
besonderer Gefahr stellt jedoch auch das "stratiforme Regime" dar. Hier liegt
eine relativ warme Wolkendecke vor, die durch eine Inversion nach oben begrenzt
ist. In solchen Wolkenschichten bildet sich häufig gefrierender Niesel über
den Warmregenprozess durch Kollision und Koaleszenz und folglichem Auftreten
von SLD. Ein typisches Beispiel hierzu zeigt der prognostizierte LM-TEMP
vom 17. Januar 2000 06 UTC für die Station Kümmersbruck (Abb. 2).
Hier liegt gesättigte Luft mit einer Temperatur von etwa -2 C unterhalb
einer Inversion bei 800 hPa. Der Balken am rechten Rand markiert die Vereisungszone
wie von ADWICE ausgegeben. Tatsächlich wurde hier gefrierender Niesel
beobachtet.
Das Firstguess-Feld, bestehend aus der Vereisungsinformation
in einer der vier Klassen (oder auch keiner Angabe), liegt bereits am Ende
eines LM-Laufes (ca. 4 UTC) für einen bestimmten Tag vor und kann daher
als Vereisungvorhersage dienen. Die eigentliche Vereisungsdiagnose wird erst
nach Prüfung bzw. Änderung des Firstguess-Feldes anhand von Beobachtungsdaten
von Satellit, Radar und SYNOP ausgegeben. Diese wird dann stündlich
neu aufbereitet. Die beim DLR entwickelte APOLLO - (AVHRR Processing scheme
Over cLouds, Land and Ocean) Wolkenerkennung und Klassifizierung kann dazu
verwendet werden, Overforecasting an solchen LM-Gitterpunkten zu beseitigen,
wo entweder gar keine Wolke ist oder die beobachtete Wolkenobergrenze tiefer
liegt als im Modell. Allerdings wird dieses Verfahren momentan für den
routinemäßigen Betrieb noch nicht verwendet, da die AVHRR Daten
der polar umlaufenden NOAA Satelliten nur wenige Male pro Tag vor-liegen.
Nach Verfügbarkeit von Satellitendaten des Meteosat Second Generation
(MSG) im Jahr 2002 steht jedoch diese Information viertelstündlich mit
einer Auflösung von ca. 5 km im LM-Gebiet zur Verfügung und ist
dann für ADWICE von großem Nutzen. Man kann dann zusätzlich
auch Angaben über die Wolkenphase mit einbeziehen. Während Satellitendaten
sozusagen eine Prüfung des Firstguess "von oben"' erlauben, werden SYNOP-Meldungen
von Bedeckungsgrad und Wolkenuntergrenze in ADWICE für ein Korrektur "von
unten" herangezogen. Dieses "wolkenkorregierte" Firstguess-Feld unterliegt
dann einer Szenarienkorrektur, in die SYNOP-Meldungen des Niederschlagstyps
und auch Radarreflektivitäten mit eingehen. Hier wird geprüft,
ob das prognostizierte Vereisungsregime mit diesen Beobachtungen verträglich
ist. Haben die Algorithmen z.B. "stratiforme Vereisung" für einen gewissen
vertikalen Bereich vorhergesagt und es liegt kein Radarecho für den
entsprechenden Gitterpunkt des LM vor, d.h. kein Niederschlag außer
Nieselregen (dieser wird vom 6 cm Radar nicht gesehen), so ist die Vereisungsvorhersage
mit großer Wahrscheinlichkeit richtig. Ist zudem auch noch eine SYNOP-Meldung
von gefrierendem Niesel vorhanden, so ist Vereisungsgefahr vom Boden bis
zur Untergrenze der Inversion gegeben. Liegt auf der anderen Seite ein Firstguess
von "gefrierendem Regen" vor, das Radar zeigt jedoch kein Echo, so ist diese
Prognose sicherlich falsch. In entsprechender Weise lassen sich auch die
anderen Informationen kombinieren. Diese Korrektur ist eines der wesentlichen
Bestandteile von ADWICE und kann durch weitere Verfahren, z.B. "fuzzy logic",
und zusätzliche Datenarten erweitert werden. Auch besteht die Möglichkeit,
dann Wahrscheinlichkeitsaussagen einzuführen, die vom Grad der Übereinstimmung
der verschiedenen Datenaussagen abhängen.
Während der operationellen Testphase von ADWICE beim DWD in den Monaten Januar bis Mai 2001 wurden auch PIREPs von Vereisung gesammelt, die nun zur Prüfung der Vereisungsvorhersagen für diesen Zeitraum herangezogen werden können. Entsprechende Analysen und Erweiterungen des ADWICE-Systems werden beim IMUK im Rahmen einer Dissertation verfolgt. Darüber hinaus wird ADWICE vor allem von MSG-Daten profitieren und natürlich auch von allen Verbesserungen des Lokalen Modells, da diese ja direkt das Firstguess-Feld beeinflussen. Referenz
Arnold Tafferner
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Die Speicherung der Flugparameter (GPS-Position,
horizontale und vertikale Geschwindigkeit) und der meteorologischen Messdaten
erfolgte mit einer Rate von 1 Hz in einem 8-Kanal Datenlogger.
Die Versorgung mit meteorologischen Daten-
und Vorhersagematerial vor Ort in den argentinischen Anden konnte via eMail
bzw. Internet realisiert werden. Als numerisches Vorhersagemodell wurde das "Relocatable
Boundary Layer Model" (RBL) des Geophysikalischen Beratungsdienstes der Bundeswehr
gewählt. Dieses regional verschiebbare Modell entspricht vom Aufbau
und der Leistungsfähigkeit dem ehemaligen Europa-Modell (EM) des
DWD. Mit seiner auf weltweite Anwendbarkeit zugeschnittenen physikalischen
Ausstattung und einer Produktionsumgebung, die höchste Flexibilität
garantiert, dient es seit 1991 als meteorologisches Basismodell für
die synoptische Flugwettervorhersage bei Einsätzen der Krisenreaktionskräfte
und bei humanitären Hilfsaktionen der Bundeswehr. Synoptisches Beobachtungsmaterial
(TEMP´s, SYNOP´s) wurde mit Hilfe des Softwarepaketes "pc_met" vom
DWD zur Verfügung gestellt. Die dort implementierten Auswerte- und Darstellungsprogramme
erwiesen sich für die "Feld-Briefings" als optimal.
Die vertikalen Wellenauf- und -abwinde erreichten
Größenordnungen von 10-15 m/s und bewegten sich weit bis über
10000 m Höhe. Zur Vorhersage der Orientierung für die Wellensysteme
diente das vom RBL-Modellentwickler Dr. Th. Prenosil auf der Grundlage der
Auswertung des Scorer-Parameters realisierte Verfahren "Orografische Turbulenz".
Einen äußerst medienwirksamen Einfluss
auf dieses meteorologische Projekt hatte der sportliche Aspekt. Um die ehrgeizigen
Langstreckenflüge (Entfernungen von mehr als 1500 km) mit Aussicht auf
Erfolg durchführen zu können, mussten die einzelnen Parameter (Wind,
Feuchtefelder, Niederschlag) in ihrer örtlichen und zeitlichen
Verteilung genau prognostiziert werden. Diese Vorhersagen führten zu
einem erwarteten Höhenprofil des Fluges, bei dem es auch Sichtflugbedingungen
zu berücksichtigen galt. Da ein Segelflugzeug als Messplattform "mit
der Strömung und dem Wetter fliegt", konnten so die detaillierten synoptischen
Vorhersagen besonders gut verifiziert werden.
Die
spektakulärste Umsetzung der gewonnen MWP-Ergebnisse erreichte das Teammitglied
Klaus Ohlmann ein Jahr später am 26.11.2000, als er mit über
2400 km den längsten Segelflug aller Zeiten durchführte.
René Heise
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Am
Nachmittag referierten Frau Dr. König und Herr Dr. Gärtner über
die zweite METEOSAT-Second-Generation MSG und EPS (EUMETSAT Polar System).
MSG wird vor allem hinsichtlich der Taktfrequenz und der Kanalanzahl leistungsfähiger
sein, wie die aktuelle Generation. Die zeitlich dichtere Folge und die zusätzlichen
Kanäle bieten für die Wetterüberwachung viele Verbesserungsmöglichkeiten;
die numerische Wettervorhersage erhält mehr und präzisere Daten.
An Bord werden sich auch Sensoren zur Erfassung der Strahlungskomponenten
befinden, um den zusätzlichen Aufgaben in der Klimaüberwachung
gerecht werden zu können. Die MSG-Satelliten werden durch Ariane-Träger-Raketen
in den Orbit getragen. Der Start von MSG 1 ist für Mitte 2002 vorgesehen,
MSG 2 folgt 3 Monate später. Der Betrieb ist auf 12 Jahre ausgelegt.
U. Otte, Essen; S. Theunert, Wittlich
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FA Umweltmeteorologie
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125 Jahre Tägliche WetterkarteSchon 1816 hatte der Gelehrte Prof. BRANDES aus Leipzig vorgeschlagen, das Wettergeschehen in Kartenform in einer gleichzeitigen Zusammenschau über ein größeres Gebiet darzustellen. Es vergingen aber noch viele Jahre, bis endlich regelmäßige Wetterkarten erschienen. Dazu musste erst einmal die Möglichkeit bestehen, ohne Zeitverlust Informationen von einem Ort zum anderen zu befördern. Das geschah 1832 mit der Entwicklung des Telegrafen durch den amerikanischen Maler und Bildhauer Samuel Morse. 1848 wurde zwar das Preußische Meteorologische Institut gegründet, doch der entscheidende Anstoß ging von einem elementaren Naturereignis aus. Im November 1854 vernichtete während des Krimkrieges ein schwerer Sturm Schiffe und Lager der Franzosen. Eine Analyse des Sturmes, die Napoleon III. an der Pariser Universität in Auftrag gab, brachte zu Tage, dass dieser Sturm ganz Europa überquert hatte und mit einem organisierten, telegrafischen Wetterdienst und mittels synoptischer Wetterkarten hätte vorhergesagt werden können. Obwohl schon seit 1861 für Sturmwarnzwecke täglich telegrafische Wettermeldungen gesammelt und tabellarisch veröffentlich wurden, begann man erst 1876 mit der Veröffentlichung einer "Täglichen Wetterkarte" bei der Deutschen Seewarte. Sieben Jahrzehnte blieb sie deren Herausgeber. Im Laufe der Jahre brachte der internationale Datenaustausch, besonders nach Einführung der drahtlosen Telegrafie, eine beachtliche Qualität in die Vorhersagekarten. Ein weiterer "Quantensprung" wurde durch die moderne Datenverarbeitung erreicht. 1968 wurde die erste 48stündige Wetterkarte herausgegeben. Heute verarbeitet das Deutsche Meteorologische Rechenzentrum des DWD in Offenbach täglich über 1 Millionen Wetterdaten und berechnet Vorhersagen bis 7 Tage im voraus. Von den Wetterämtern des DWD in der Bundesrepublik wurden tägliche Wetterkarten für die einzelnen Wetteramtsbereiche herausgegeben. 1973 wurden die Ausgaben der süddeutschen Wetterämter zu einem Amtsblatt zusammengefasst, herausgegeben vom Wetteramt Frankfurt. In Norddeutschland wurde vom Seewetteramt Hamburg ein spezielles Amtsblatt für Norddeutschland herausgegeben, das einen großen maritimen Anteil enthielt. 1989 wurden beide Amtsblätter zu einem vereinigt. Auch der Meteorologische Dienst der Deutschen Demokratischen Republik hatte seine tägliche Wetterkarte, die 1991 in dem Amtsblatt aufging. Unabhängig davon wurde am 01. Januar 1976 ein weiterer Wetterbericht geschaffen, der "Europäische Wetterbericht", ein Beispiel, für eine erfolgreiche internationale Zusammenarbeit. Vom Beginn an war der tägliche Wetterbericht ein Spiegelbild der Entwicklung der Synoptischen Meteorologie. Er stellt mit seinem Karten- und Tabellenteil eine 125 jährige Dokumentation des atmosphärischen Geschehens dar, die für viele Belange der wetterdienstlichen Praxis und als Grundlage wissenschaftlicher Untersuchungen unentbehrlich geworden ist. Pressemitt. DWD
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Die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes
(DWD) in Schleswig entwickelten 1998 mit dem Wirtschaftsverband Initiative
2000 plus das Wetterseminar, welches 1999 dreimal und im Jahr 2000 viermal
(drei Grundlagenseminare und ein Seminar für Fortgeschrittene) mit großem
Erfolg durchgeführt wurde. 118 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben
bisher das Grundlagenseminar und 17 Teilnehmer/innen das Aufbauseminar besucht,
welches sich speziell mit dem Wasser in der Atmosphäre befasste. Vertreten
waren jung und alt, wobei der Altersdurchshnitt bei etwa 55 Jahren
lag. Geprägt sind die Wetterseminare von einem anspruchsvollen fachlichen
Teil, den die Meteorologen des DWD in einem sympathisch-kollegialen Dialog
vermitteln und quasi als Ausgleich von einem touristischen Rahmenprogramm,
das den Teilnehmern die Region Schleswig etwas näher bringen soll. So
werden beispielsweise ein Besuch des Halbkreiswalles der Wikingerstadt Haithabu,
eine Dampferfahrt auf der Schlei (längster Fjord Deutschlands), eine
Stadtführung sowie ein kurzweiliger Vortrag mit Dias über den Ochsenweg
angeboten.
Schleswiger Seminare
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DMG-QUALITÄTSKREIS WETTER-BERATUNG Die DMG ist der Förderung der Meteorologie
als reine und angewandte Wissenschaft verpflichtet, und dazu gehört
auch die Wetterberatung. Mit der Einrichtung des Qualitätskreises
Wetterberatung soll der Zunahme von Wetterberatungen durch Firmen außerhalb
der traditionellen nationalen Wetterdienste Rechnung getragen werden. Die
DMG führt seit über 10 Jahren ein Anerkennungsverfahren für
meteorologische Sachverständige/Gutachter durch. Dabei ist bisher das
Arbeitsgebiet Wetterberatung ausgeschlossen worden. Die Arbeit in der Wetterberatung
ist von der Natur der Sache her anders geartet als die Arbeit eines Gutachters.
In der Regel wird Wetterberatung auch nicht von einzelnen Personen, sondern
von Firmen in Teamarbeit angeboten. Für Firmen mit bestimmten Qualitätsstandards
in ihrer Arbeit bietet die DMG mit dem Qualitätskreis die Möglichkeit
einer Anerkennung an.
Der Qualitätskreis Wetterberatung der DMG hat seine Aktivität im Jahr 2000 aufgenommen. Anerkannte Mitglieder sind zur Zeit (in alphabethischer Reihenfolge aufgelistet. NB: Wenn Sie auf die Abbildung klicken erhalten Sie eine vergrößerte Darstellung): |
Stand: 13. Dezember 2001, Webimplementierung: A. Spekat