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Schwerpunktthema: Meteorologie
und elektronische Medien
Titelbild:
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Editorial"Der Übergang des wissenschaftlichen Publikationswesens vom reinen Printmedium hin zu elektronischen Dokumenten vollzieht sich mit rasender Geschwindigkeit und stellt Autoren, Verlage und Informationsdienstleister vor neue Aufgaben." So sieht das FIZ Karlsruhe, einer der führenden Anbieter an wissenschaftlicher Fachinformation, die derzeitige Entwicklung. Auf der Frankfurter Buchmesse 2000 hatten etwa ein Drittel der Aussteller elektronische Medien wie CD-ROM, eBook, ePaper (mit Polymeren gefüllte Kunststofffolien) und online-Angebote in ihrem Programm, wobei fachlich informative Inhalte für die breite Öffentlichkeit einen Schwerpunkt darstellten.Auch im Bereich von Meteorologie und Ozeanographie sind diese Ent-wicklungen zu verfolgen, etwa in dem sich ausweitenden Angebot an Wettervorhersagen im Internet. Einloggen, herunterladen und lesen heißt die Devise. Lehrbücher und Fachbibliotheken können einfach aktualisiert werden. Es gibt Pilotprojekte mit virtuellen Universitäten, wo das multimedial aufbereitete Lehrmaterial online verfügbar ist. Die Vorlesung kann über das Internet verfolgt werden und über Videokonferenzen, Chat und eMail ist auch der Kontakt untereinander möglich. Die Publikation von Dissertationen ist heute schon elektronisch möglich. Eine Liste mit elektronischen Fachzeitschriften ist über www.dwd.de/publications/service/zeitschriften.html oder www.io-warnemuende.de/dir/elekzeit.html einsehbar. Elektronische Bücher sind bspw. bei Cambridge University Press, Elsevier Science Publihers, Springer Verlag zu finden. Die Mitteilungen DMG zeigen einige zukünftige Entwicklungslinien im Bereich der Meteorologie auf. S. Theunert
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Traditionell finden Fortbildungstage des Zweigvereins
München der DMG gemeinsam mit solchen der Österreichischen Gesellschaft
für Meteorologie statt und werden im Jahresturnus wechselseitig organisiert.
Dieses Mal war auch die Schweizerische Gesellschaft für Meteorologie
Mitausrichter - eine schöne, auf die gemeinsame DACH-Tagung in Wien
weisende Entwicklung.
Arne Spekat
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Das Internet für Ahnungslose und AnfängerEs ist keineswegs einfach, zu versuchen, die Grundlagen von etwas aufzuschreiben - und dann noch möglichst kurz - das durch learning by doing erarbeitet wurde. Aber wenn eine Fortbildungsveranstaltung der ÖGM, der SGM und der DMG so nett zum Tanz auffordert, dann nehme ich die Herausforderung an.
In den frühen 90er Jahren existierte das Web bereits einige Jahre
und der erste, komplett grafikfreie Browser mit dem Namen LYNX stand schon
eine Weile zur Verfügung (kennt den noch jemand?). Da relative Jugend
und Technikbeflissenheit als Synonym vorausgesetzt wurden, betraute mich
mein damaliger Arbeitgeber damit, für das Web verantwortlich zu sein.
Wohlgemerkt: Ich war bereits einige Jahre Nutzer von eMail und kann die
Sinnfälligkeit dieser Kommunikationsform gar nicht genug preisen.
Jedenfalls folgte eine heftige, etwas chaotische Gewöhnungsphase an
den ersten einigermaßen grafiktauglichen Webbrowser, MOSAIC (kennt
den noch jemand?). Webseiten waren seinerzeit in klobiger, uniformer Schrift
auf grauem Hintergrund angelegt und wer ganz vorwitzig war, baute in dieselben
noch einen Balken oder eine grobschlächtige Grafik "zur Auflockerung"
ein. Durch kreatives Einsetzen der Gestaltungsmittel anderer (das Web war
noch free for all, oder?), ein wenig Expertenbefragung und das eine
oder andere trockene Buch erwuchs ein recht lückenhaftes Grundwissen.
Als vieljährigem Autodidakt fiel mir dann mit der Würde des DMG-Sekretärs auch die Webmaster-Rolle zu, so, als würde langes Zusehen beim Radrennen (und gelegentliches Sonntagsfahren) einen gleich zum Pedal-As machen. Freude am grafischen Gestalten hat sich bei mir in der Vergangenheit freilich entwickelt, und in die Tasten haut der Sekretär auch ganz gern. Was ist das Internet?
Ein wenig Geschichte
Wem gehört das Internet?
Internet = kostenlos?
Wie komme ich in's Netz?
Arne Spekat
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Die unterschiedlichen Services des Internets (WWW,
eMail, ftp, WAP, ...) ermöglichen es Wetterdiensten, Meteorologischen
Dienstleistern sowie auf dem Gebiet der Meteorologie arbeitenden Forschungsinstitutionen
ihre Informationen direkt, zeitkritisch, ansprechend und geeignet aufbereitet
den jeweiligen Nutzer bzw. Kunden anzubieten bzw. eigene Arbeitsabläufe
zu optimieren. Den externen Nutzern eröffnet sich die Möglichkeit,
auf ihre Fragestellungen zugeschnittene meteorologische Informationen zu
suchen bzw. jederzeit und überall abzufragen.
Die Fragen des "Normalbürgers" ans Wetter
dienen meist der Alltags-, Freizeit- oder der Urlaubsplanung. Im WWW kann
sich der Interessierte mit Hilfe von Suchmaschinen (z.B. www.google.de)
eine geeignete Webadresse suchen, um sich z.B. ein Städtewetter-eMail-Abonnement
einzurichten oder der Frage nachgehen: "Wo kann ich im Februar Urlaub machen,
wenn Temperaturen zwischen 15 Grad C (Minimum) und 25 Grad C (Maximum),
sowie nicht mehr als 3 Regentage im Monat erwünscht sind?"
Da viele Aufgaben und Probleme im Rahmen von nationalen oder internationalen
Projekten angegangen und durchgeführt werden, wird die Website eines
solchen Projektes herangezogen, um den Einsatz des Internets für Forschungszwecke
zu illustrieren. Mit Hilfe der COSMO-Website (Consortium for Small Scale
Modeling, www.cosmo-model.org)
wird dargelegt, welche Komponenten der Forschungsarbeit mit Hilfe des Internets
vereinfacht werden können. A.Herber-Pflüger
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Meteorologie als Dienstleistung (Entwicklung
der Medien, Entstehung privater Wetterdienste)
Das Medium INTERNET und private Wetterdienste
Viele private Wetteranbieter sind im Internet vertreten spezialisiert und positioniert, und die Fülle an verschiedensten Wetterinformationen ist in den letzten Jahren gewachsen. Für den Benutzer ist dabei die angebotene Datenqualität nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich. Manche Unternehmen beschränken sich auf die Darstellung aktueller Messwerte und Pro-gnosen direkt aus Vorhersage-Modellen (model-output). Dafür ist zwar eine Menge computertechnisches Know-how erforderlich, Meteorologen im operationellen Dienst werden hier aber kaum mehr benötigt. Für die Verifikation der Qualitätsgüte an dargebotenen Wetterinformationen ist deshalb (aus unserer Sicht) die Forcierung von Qualitätskontrollen durch unabhängige Gremien (z. B. die meteorologischen Gesellschaften) weiter begrüßenswert. Zukünftige Entwicklungen
Wolfgang Traunmüller
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Neben den täglich aktualisierten und übersichtlich
geordneten Nachrichten sowie Publikationen aus den unterschiedlichsten
Fach- und Interessensbereichen gibt es eine große Bandbreite eigener
redaktioneller Leistungen. Circa 22.000 Artikel, die - bei gleichzeitigem
Entfernen veralteter Texte - täglich um 250 bis 300 Beiträge
aktualisiert werden, geben diesem Service den Gehalt und Charakter eines
gewaltigen Zeitungsmagazins. Der wissenschaftliche Teil des SCHATTENBLICK
enthält neben Pressemitteilungen und Hintergrundinformationen diverser
Forschungsinstitute und Universitäten sowie wissenschaftlichen Studien
vor allem auch populärwissenschaftliche Beiträge der verschiedensten
Fachzeitschriften und natürlich eigene kritische wissenschaftliche
Beiträge und Rezensionen.
Darüber
hinaus werden im Fachpool "Umwelt\Umweltdaten", täglich aktuell und
nach Bundesländern sortiert, die Werte der Landesämter für
Umweltschutz zur Beurteilung der Luftbelastung
(z. B. Schadstoffgehalt, Windgeschwindigkeit, Ozon etc.) veröffentlicht. Selbstverständlich gibt es im Fachpool "Dienste\Wetter" auch eine tägliche Wettervorhersage, die sich allerdings auf den norddeutschen Raum beschränkt. Durch ihre Präsentation hat sie inzwischen schon viele Liebhaber gefunden, denn seit nunmehr 7 Jahren werden die nüchternen Wetterfakten täglich aufs neue von einem vierzeiligen Vers begleitet, der das Wetter mit Witz und großer Feinfühligkeit oftmals treffender beschreibt als alle Computerdaten. Die Nutzung des SCHATTENBLICK ist bis auf eine einmalige Schutzgebühr für Kommunikationsprogramm und Handbuch kostenlos und steht jedem Interessierten zur Verfügung. Dank der Entwicklung eines speziellen SCHATTENBLICK-Kommunikationsprogramms ist es auch für Sehbehinderte und Blinde mit wenig Aufwand möglich, uneingeschränkt auf alle Texte des SCHATTENBLICK zuzugreifen. Das SCHATTENBLICK-Zugangsprogramm arbeitet nach dem Prinzip des sogenannten Offline-Verfahrens. In aller Ruhe können zunächst offline die in Betracht kommenden Texte aus den unterschiedlichsten Fachbereichen über präzise Headlines und Kurzinfos sortiert, bei Bestellwunsch markiert und als automatische Volltextabfrage per DFÜ an den SCHATTENBLICK-Server geschickt werden. Automatisch wird die gesamte Volltextabfrage in kürzester Zeit bearbeitet und als komprimiertes DFÜ-Paket in das Programm des eigenen Rechners geladen. Die Computer-Publishing-Produktion SCHATTENBLICK hat das erste aktuelle elektronische und interaktive Zeitungsmagazin entwickelt. Bei den herkömmlichen Datenbank- und Mailbox-Systemen entstehen die hohen Kosten dadurch, daß neben den normal anfallenden Telefongebühren pro Minute zusätzlich Online-Gebühren für die Recherche-, Such- und Kopierzeit, die man in dem Rechner bzw. der Datenbank oder Mailbox verbringt, entrichtet werden müssen. Hinzu kommen in der Regel noch monatliche Mitgliedsbeiträge und die Kosten für die jeweiligen Einzeltexte. MA-Verlag,
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Zum Thema "Electronic Publishing" aus der Sicht einer BibliothekBei so einem Verständnis des "Electronic Publishing" sind auch die Bibliotheken als Zwischenstation, die ein Dokument auf dem Weg zum Endnutzer durchläuft, ein Bestandteil des Prozesses.
In unterschiedlichem Maße hat das "Electronic Publishing" zu einer Vielfalt von Angeboten in Bibliotheken geführt. Bereits seit einigen Jahren profitieren die Nutzer der Universitätsbibliothek und Technischen Informationsbibliothek Hannover (UB/TIB) von neuen und verbesserten Dienstleistungen, die durch elektronische Publikationen ermöglicht werden. So können Angehörige der Universität Hannover unmittelbar von ihren Arbeitsplätzen, sofern ein Anschluss an das Universitätsnetz besteht, auf über 2000 elektronische Zeitschriftentitel zugreifen. Diese Dienstleistung ist in starkem Maße von der Bereitstellungspolitik der Verlage abhängig, die im Umgang mit diesen Verbreitungswegen auch noch ihre Erfahrungen sammeln. Deshalb weist das Angebot eine große Schwankungsbreite bei den Abdeckungszeiträumen auf. Weiterhin gibt es seit ca. 3 Jahren die Möglichkeit, die Dissertationen an der Universität Hannover auch in elektronischer Form an die Universitätsbibliothek abzugeben. Auch diese Dokumente können direkt aus der Recherche im Bibliothekskatalog im Volltext auf dem Arbeitsplatz genutzt werden. Generell ist bei der Bereitstellung von Dokumenten die Urheberrechtsfrage zu berücksichtigen, so dass viele Materialien nicht ohne weiteres von der Bibliothek angeboten werden können, obwohl sie in elektronischer Form vorliegen. Eine weitere Gruppe von interessanten Publikationen sind Forschungsberichte. Die UB/TIB ist die Depotbibliothek für die Abschlussberichte von Vorhaben, die durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert werden. In den Förderrichtlinien ist seit einigen Jahren verankert, dass die Berichte in elektronischer Form abgeliefert werden müssen. Somit können auch diese Dokumente als Volltexte bereitgestellt werden. Wie auch bei den Dissertationen muss bei einzelnen Dokumenten allerdings ein erheblicher Aufwand getrieben werden, um sie in ein für die Bereitstellung taugliches Format zu konvertieren. Dazu kommen in steigendem Maße nationale und internationale Fachdatenbanken teilweise mit Verknüpfungen zu den Volltexten. Jens Olf
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Als Kooperation zwischen dem Fachinformationszentrum
(FIZ) Karlsruhe und der Technischen lnformationsbibliothek (TIB) Hannover
wurde ein Volltextserver zur elektronischen Dokumentlieferung mit Direkzugriff
für jedermann sowie als Dienstleistungsangebot für Autoren und
Verlage entwickelt. Aufgabe von GetInfo ist der Aufbau und Betrieb eines
Volltextservers für elektronische Dokumente und Metadaten für
die überregionale Literaturversorgung in Naturwissenschaft und Technik.
Das Dienstleistungsangebot soll im Bereich der Suche kostenfrei, bei der
Literaturbereitstellung kostenpflichtig sein. Für die Abwicklung der
Aktivitäten wurde das gemeinsame Unternehmen "GetInfo" gegründet.
GetInfo wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
gefördert und steht ab Frühjahr 2001 zur Verfügung.
Universitätsbibliothek Hannover und
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Sicherlich wissen Sie, dass zu Beginn des Jahres
2002 der EURO die Deutsche Mark als Zahlungsmittel ablösen wird.
Tabelle 1 listet die verschiedenen zur Zeit gültigen Beitragsklassen auf. Der Grundbeitrag V001 für das Einzelmitglied-West wird durch die Versammlung der Mitglieder festgelegt. Die für die anderen Beitragsklassen zu entrichtenden Beträge sind dagegen reine Rechengrößen, wobei das betref-fende Rechenverfahren auf früheren Mitgliederversammlungen bereits festgelegt wurde. Der Vorstand beantragt, den Beitrag V001 von derzeit 51,13 EURO anzuheben auf 55,00 EURO. Die sich aus diesem Beschluss rechnerisch ergebenden Beiträge für die Beitragsklassen V002 bis V014 sind in der rechten Spalte der Tabelle 1 aufgeführt. Der Vorstand ist der Ansicht, dass diese moderate Beitragserhöhung erforderlich ist, um das gesteigerte Leistungsangebot der DMG an die Mitglieder finanziell aufzufangen. Die letzte Beitragserhöhung von DM 90,- auf DM 100,- war im Jahre 1993! In diesem Zusammenhang sei an folgende kostenträchtige Aktionen erinnert:
Die Tabelle 2 listet zum Vergleich die zeitliche Entwicklung der Mitgliedsbeiträge
seit dem Zusammenschluss der DMG und der MG der DDR zur DMG e.V. im Jahre
1990 auf.
Werner Wehry,
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Am 23.11.2000 fand die Fortbildungsveranstaltung
des ZV Rheinland im Meteorologischen Institut der Universität Bonn
statt. 37 Zuhörer wurden gezählt. Einen aktuellen Bezug
erhält das gewählte Thema dadurch, dass kurz vorher katastrophale
Niederschlagsereignisse in Italien (Aostatal) und in Großbritannien
auftraten. In den Medien wurden die immensen Schäden an Sachgütern
und auch die zu beklagenden Opfer auf noch nie dagewesene Rekordniederschläge
und unzureichende Hochwasserschutzvorrichtungen zurückgeführt.
Die 5 Vorträge der Fortbildungsveranstaltung beleuchteten hierfür
Hintergründe bei bundesdeutschen Hochwasservorhersagen am Beispiel
des Rheins, der Mosel, der Flüsse in NRW sowie der Ruhr. Hier folgen
nun Kurzzusammenfassungen:
Frau Dr. Malitz (DWD, GF Hydrometeorologie) berichtete über Hydrometeorologische Beiträge zum Schutz vor Hochwasser. Der DWD entwickelt Anschlussmodelle wie z.B. SNOW-D für die Analyse und Vorhersage der Schneedecke oder BONIE-OP für die Ermittlung von Gitterpunktswerten des Gebietsniederschlags. Weitere Arbeitsschwerpunkte sind Radarniederschlagsuntersuchungen zur online-Aneichung von Radarniederschlag, die Ermittlung und Darstellung von Gebietswerten hydrometeorologischer Größen (korrigierte Niederschlagshöhen, Schneedeckenparameter, Verdunstungshöhen,...). Extremwertstatistische Verfahren (KOSTRA, REWANUS, PEN) werden dazu benutzt, quantitative Aussagen zu extremen Werten der Niederschlagshöhe und des Niederschlagsdargebotes abzuleiten und physikalisch begründete Schätzungen der vermutlich größten Werte von Punkt- und Gebietsniederschlagshöhen (MGN, NIEFLUD) vorzunehmen. Die Analyse des Langzeitverhaltens hydrometeorologischer Größen in verschiedenen Regionen Deutschlands wird in Projekten wie HUK und KLIWA untersucht. Anschließend informierte Herr Dipl.-Met.
Krahe (Bundesanstalt für Gewässerkunde in Koblenz) über
operationelle Wasserstands- und Abflussvorhersagen im Rheingebiet mit dem
Lokalmodell des DWD. Für die Flussgebiete Deutschlands werden von
verschiedenen wasserwirtschaftlichen Institutionen des Bundes und der Länder
sowie der Nachbarstaaten operationelle Wasserstands- und Abflussvorhersagen
erstellt. Die Aufgabenstellung umfasst dabei Fragen der Eisbekämpfung
auf Bundeswasserstraßen, der verkehrsbezogenen Niedrigwasservorhersage
sowie der Hochwasserwarnung und -vorhersage. In die für die Vorhersage
verwendeten hydrologischen Verfahren fließen zunehmend die Ergebnisse
der numerischen Wettervorhersagemodelle des DWD ein. Seit 12/1993 stehen
hierzu die Vorhersagedaten des Deutschlandmodells (DM) und seit 12/1999
die des Lokalmodells (LM) zur Verfügung. Eine Zusammenschau der derzeit
eingesetzten bzw. in Entwicklung befindlichen Vorhersageverfahren zeigt,
dass die Ergebnisse der numerischen Wettervorhersagemodelle insbesondere
als Vorwarninstrument für die Zwecke der Hochwasservorsorge bereits
erfolgreich eingesetzt werden. Die Verwendung der meteorologischen Vorhersagen
bei der quantitativen operationellen Wasserstandsvorhersage ist aber aufgrund
der hohen Genauigkeitsanforderungen, die an hydrologische Vorhersagen gestellt
werden, noch mit Schwierigkeiten verbunden. Vornehmlich am Beispiel des
internationalen Rheingebietes wurde der Stand der operationellen Wasserstands-
und Abflussvorhersagen vorgestellt und die Verwendung und Einbindung meteorologischer
Vorhersageprodukte der numerischen Vorhersagemodelle des DWD aufgezeigt. Herr Dipl.-Ing. Zimmer (Bezirksregierung Trier) referierte über die Auswirkungen spezieller Niederschlagsereignisse auf das Moselhochwasser. Hochwasser sind klima- und wetterbedingte Naturereignisse, die seit der Besiedlung des engen Moseltals und Einbauten in das Überschwemmungsgebiet als schädlich wahrgenommen und dokumentiert werden. Unter Hochwasser versteht man Wasserstände größer als 600 an dem seit 1817 betriebenen Pegel Trier. Seit 100 Jahren werden nun die Entstehung und der Ablauf der Moselhochwasser wissenschaftlich erforscht. Bisherige Ergebnisse sind, dass die Obermosel bis zur Sauermündung sowie die beiden größten Moselnebenflüsse Sauer und Saar jeweils eigene Hochwasserwellen führen. Diese Wellen sind immer sehr verschieden, wegen der unterschiedlichen stationären geografischen Gegebenheiten wie Größe des Einzugsgebietes, Gebietsrückhalt, Lauflänge und Gefälle sowie (hauptsächlich) wegen der zeitlich und mengenmäßig unterschiedlichen Niederschläge. Aufgrund der unmittelbar benachbarten Mündungen von Sauer und Saar in die Mosel oberhalb von Trier treffen die Einzelwellen dort aufeinander. Die immer wieder verschiedenen Überlagerungen führen zu immer anderen Formen und Höhen der Hochwasserwellen auf der deutschen Moselstrecke. Herr Dipl.-Ing. Maul-Kötter vom LUA NRW beleuchtete die wasserwirtschaftliche Anwendung von Niederschlagszeitreihen in NRW. In Umsetzung des wasserwirtschaftlichen Modellkonzepts NRW werden lückenlose und plausibilisierte Niederschlagszeitreihen mit hoher zeitlicher Auflösung als Eingangsdaten für hydrologische Modellberechnungen benötigt. In NRW betreiben der DWD, die Landesumweltverwaltung, die Wasserverbände und viele Kommunen Niederschlagsmessstellen. Digitale Daten von hochauflösenden Aufzeichnungen (Regenschreiber) sind von ca. 230 Stationen des Landes und der Verbände sowie einiger Kommunen im LUA verfügbar. Nach Plausibilisierung und Lückenfüllung werden die Niederschlagszeitreihen auf ihre Eignung für wasserwirtschaftliche Anwendungen geprüft. Hierzu werden über eine Primärstatistik die Kennwerte der Haupttabelle mit benachbarten Stationen verglichen. Die Extremwertstatistik nach DVWK 124 (Starkregenauswertung) erlaubt einen Vergleich der Zeitreihenkennwerte nach Dauerstufe und Jährlichkeit. Neben dem Vergleich mit Auswertungen benachbarter Stationen sind die regionalisierten KOSTRA-Angaben von besonderer Bedeutung. Der verfügbare Datenzeitraum und die Zeitreihendauer sind zu berücksichtigen. Die Anwendung des KOSTRA-Atlas´ wird GIS-gestützt durchgeführt. In Abhängigkeit von der betrachteten Jährlichkeit bei wasserwirtschaftlichen Maßnahmen bzw. Planung kann über diese Vergleichsbetrachtungen eine Aussage zur regionalen Repräsentativität der Niederschlagszeitreihe und damit zur Anwendbarkeit der Daten getätigt werden. Herr Dipl.-Ing. zur Straßen vom Ruhrverband Essen berichtete über das Hochwassermanagement im Einzugsgebiet der Ruhr. Das Ruhrverbandsgesetz von 1990 verpflichtet den Ruhrverband als sondergesetzlichen Wasserverband einerseits zur Einhaltung bestimmter Mindestabflüsse in der mittleren und unteren Ruhr und andererseits zur Reduzierung von Hochwasserabflüssen durch Retention in seinen Talsperren. Wegen dieser überregionalen Aufgabe wird das Talsperrensystem zentral von der Hauptverwaltung des Ruhrverbandes in Essen gesteuert. Um die Steuerung dieses komplexen Systems zu optimieren und objektivieren, werden seit Beginn der 80er Jahre zur Messwerterfassung und -fernübertragung, zur Nutzung von mathematischen Modellen für den Niedrig- und Hochwasserbereich sowie zur Visualisierung dieser Informationen in immer stärkerem Umfang EDV-Werkzeuge eingesetzt. Vor diesem Hintergrund erläuterte Herr zur Straßen zum einen an verschiedenen Beispielen die Entstehung und den Ablauf von Hochwasserereignissen und zum anderen den Einsatz des Hochwasservorhersagemodells für das Einzugsgebiet der Lenne im Rahmen des operationellen Hochwassermanagements. Er zeigte, dass die Hochwasservorhersage ein wichtiger Bestandteil des integrierten Flussgebietsmanagements ist. Zusammengestellt
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Warum Jahreszeiten-Vorhersagen? Ernst Klinker, EZMW, Reading, England Die unteren Grenzschicht-Bedingungen der Atmosphäre wie Meeresoberflächentemperatur (SST) oder Bodenfeuchte und Schneedecke haben oft ein erheblich längeres Gedächtnis als das Wetter, und sie sind zum Teil am wenigsten vorhersagbar in Zeitabschnitten von Wochen bis Monaten. In den vergangenen Jahren haben sich sowohl unsere Fähigkeit verbessert, Änderungen der SST vorherzusagen, als auch unser Verständnis ihres globalen Einflusses, und dies hat das Interesse an Jahreszeitenvorhersagen verstärkt. Da es der langsamere Zeitscale im Ozean ist, der die Vorhersagbarkeit bringt, muss jeder Ansatz, jahreszeitliche Änderungen im allgemeinen oder EI Nino im besonderen vorherzusagen, sowohl Atmosphären- als auch Ozeanmodelle einbeziehen. Die benutzten gekoppelten Modelle bestehen aus dem ECMWF-Atmosphären-Modell, das mit einem allgemeinen Ozean-Modell gekoppelt ist, in diesem Fall eine Version des Hamburg Ocean Primitive Equation Model (HOPE), das am Max-Planck-Institut für Meteorologie entwickelt worden ist. Jeden Tag wird das gekoppelte Modell integriert, um eine 6-Monats-Vorhersage zu erstellen. Einmal monatlich werden diese Vorhersagen gesammelt, um eine Ensemble-Vorhersage aus 30 Mitgliedem zu berechnen. (http://www.ecmwf.int/services/seasonal/info/info.html)
Ein statistisches Verfahren zur Langfrist-Wettervorhersage Rainer Dettmann, Berlin Seit 1992 wird die langfristige "Temperaturprognose für Berlin" monatlich in der BERLINER WETTERKARTE veröffentlicht. Mit Hilfe eines statistischen Verfahrens werden dabei signifikante Luftdruckunterschiede (Bodendruck und 500-hPa-Geopotential) auf der Nordhemisphäre gesucht, die vor kalten und warmen Monaten der Berliner Temperaturreihe auftreten. Durch einen zweifachen Signifikanztest können Gebiete isoliert werden, deren Luftdruckentwicklung von entscheidender Bedeutung für die Prognose der Monatsmitteltemperatur in Berlin ist. Erstaunlich ist dabei die untergeordnete Rolle mitteleuropäischer Bodendruck- und Geopotentialwerte. In den meisten Fällen befinden sich die wichtigen Signale in weit entfernten Regionen (Nordatlantik, Nordpazifik, Sibirien). Wie eine Überprüfung der bisherigen Prognosen zeigt, liegen die Werte der Reduktion der Varianz über denen der besten Referenzvorhersage (Klimaprognose), aber unterhalb der traditionellen Signifikanzschranken. Für eine abschließende Bewertung der Prognoseleistung ist die Anzahl der Vorhersagen noch zu gering.
Statistische Langfrist-Wettervorhersage - neue Ansätze Thomas Deutschländer, FUB Ziel der Untersuchungen war es, ausgehend von den bislang am Institut für Meteorologie der FU Berlin durchgeführten Arbeiten, die Langfristprognose weiterzuentwickeln. Dabei sollte nicht nur überprüft werden, ob mittels neuer statistischer Methoden eine Steigerung des "skill score" zu erreichen ist, sondern zusätzlich auch, eine Abschätzung der Güte dieser Prognosen für ein möglichst umfangreiches, d. h. statistisch aussagekräftiges Verifikationskollektiv ermöglicht wird. Zu diesem Zweck wurden u.a. zwei methodische Ansätze verwendet: die Principal-Component Regression (PCR) sowie die Schreinen-Verfahren. In beiden Fällen wurde untersucht, inwieweit sich aus dem Feld mittlerer monatlicher Luftdruckwerte der Nordhalbkugel (Prediktoren) Vorhersagen für die Temperaturentwicklung Berlins in den Monaten danach (Prediktanden) berechnen lassen. Dabei zeigen sich (klassisch) schwache Zusammenhänge für die Hauptkomponenten, stärkere für einige (Kombinationen der) Gitterpunkte des Luftdrucks an sich. Die tatsächlich zu erwartende Prognoseleistung, wie sie sich aus den in einem 60-jährigen Entwicklungskollektiv eines Schreinen-Verfahrens mittels der sogenannten double crossvalidation an ausgewählten Gitterpunkten ergibt, wurde in einem 30-jährigen Examinationskollektiv vorab bestimmt. Trotz kaum über Null hinausgehender RV-Werte dokumentieren sogenannte Conditional Quantile Plots (bedingte Verteilungen der zu erwartenden Beobachtungswerte), zumindest während der Hauptjahreszeiten, eine gewisse Auflösung der Vorhersagen.
Langfristvorhersage mittels Nutzung von Ensembles unterschiedlicher Projektionen des Phasenraumes? Wolfgang Böhme Leibnitz-Sozietät, Wolfgang Enke, FUB, Annette Witt, Univ. Potsdam In der nicht linearen Zeitreihenanalyse haben sich Methoden etabliert, die das wesentliche Verhalten eines nicht linearen Systems aus einer genügend langen Zeitreihe rekonstruieren. Sind diese Ansätze zur Gewinnung von diagnostischen und prognostischen Aussagen zum Verhalten der Atmosphäre im Scale von Monaten und Jahreszeiten geeignet? Die angewandte Methode basiert auf multiplen Einbettungen von Zeitreihen im Phasen- und Zustandsraum. Die Zuverlässigkeit der Aussagen wird durch den Vergleich u.a. mit den Ergebnissen der Anwendung der vorgestellten Methodik auf randomisierte Ersatzdaten (d.h. auf die nach Zufallszahlen umgeordneten Zeitreihen) eingeschätzt. Außerdem wird vergleichsweise das Verhalten eines künstlichen nicht linearen Systems, das einen 20-dimensionalen Phasenraum besitzt, diskutiert.
Langfristvorhersagen - Wissenschaft oder Kunst ? Konrad Balzer, DWD, Potsdam Seit Bestehen einer wissenschaftlich begründbaren Wettervorhersage (1857) existiert der Konflikt zwischen fordernder Nachfrage der Öffentlichkeit und dem ihr nie gerecht werdenden Können der Meteorologen. Kein Wunder, dass mancher Kollege eher dem drängenden Markt nachgab, als sich der besonnen zögernden Wissenschaft zu verschreiben. Erinnert sei an die briefliche Mahnung LeVerriers an FitzRoy (ca. 1865), die Grenzen zur Scharlatanerie nicht zu überschreiten. Diese Grenze kann überzeugend nur eine kontinuierliche und ordentliche Verifikation immer wieder neu bestimmen. Selbstverständlich muss sie sich dabei ebenfalls wissenschaftlicher Methoden bedienen, andernfalls läuft die Meteorologie - gestern wie heute - Gefahr, diskreditiert zu werden. |
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Eine Grafik im Heft 2 zeigt die Ansprechpartner für die DMG betreffende Fragen. Eine Web-Version dieser Tabelle finden Sie hier. |
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Das DKMM wurde 1973 mit der Absicht gegründet,
Vertreter der Meeresforschung und Meerestechnik an einen Tisch zu bringen,
um sich gegenseitig über ihre laufenden Tätigkeiten zu informieren
sowie sich wechselseitig neue Impulse zu geben. Es bestand die Vorstellung,
dass es für den Bau meerestechnischer Geräte und Anlagen sinnvoll
ist, mehr über die Erkenntnisse der marinen Umwelt zu erfahren und
sie gegebenenfalls zu berücksichtigen. Andererseits versprachen sich
die Meeresforscher von diesem Dialog fachkompetente Hilfe bei der Konzeption
und Entwicklung von Messsystemen und Geräteträgern.
1. Klimaüberwachung, -beurteilung und -vorhersage;
Auf europäischer Ebene hat sich dazu ein anwendungsorientierter
Verband EuroGOOS gebildet, in dem vorwiegend die nationalen Hydrographischen
Ämter zusammenarbeiten. Von ihm werden neue Impulse für die Entwicklung
von dauerhaft verläßlicher Meeresmeßtechnik, Verfahren
der online-Datenübertragung sowie der Datenanalyse bis hin zu Meeresumwelt-Vorhersagemodellen
erwartet. Das DKMM fördert diese Entwicklung im Rahmen seiner Möglichkeiten.
Es wirkt koordinierend mit an Veranstaltungen, wenn es um anwendungsorientierte
Meeresforschung und grundsätzliche Probleme der Messgeräte-Entwicklungen
geht. Es kümmert sich um die Verbreitung relevanter Informationen,
wobei sein bereits bei der Gründung von EuroGOOS im Jahre 1994 beantragter
Observerstatus eine wichtige Informationsquelle bietet (Lenz 1997).
Literatur W. Lenz, 1997, On the German approach to GOOS and
Euro-GOOS. In: J.H. Stel (ed.), Operational Oceanography - The Challenge
for European Co-operation (Proceedings of the First International Conference
on EuroGOOS 1996), Elsevier, Amsterdam, 93-97.
Walter Lenz
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Nachdem Anfang des 20. Jahrhunderts Ferdinand Graf
von Zeppelin (1838-1917) das Luftschiff als neues Verkehrsmittel entwickelt
hatte, plante er gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Internationalen Aeronautischen
Kommission Hugo Hergesell (1859-1938) damit wissenschaftliche Studienfahrten
in die Arktis (1). Da die Verhältnisse in den höheren Luftschichten
noch völlig unbekannt waren, wollten sie zunächst im Sommer 1910
während der Deutschen Arktischen Zeppelin Expedition aerologische
Untersuchungen an der Westküste Spitzbergens durchführen.
Auf der Landzunge befinden sich heute neben einer
Ansammlung von Gräbern, die schon vor K. Wegeners Zeit existierte,
das niedrige Holzgerüst einer norwegischen Jagdhütte, Überreste
von zwei anderen Hütten sowie ein kleiner Lagerplatz für Touristengruppen.
Daneben habe ich ein kurzes Stück eines Eisenmastes, den obersten
Teil eines hölzernen Dachgiebels, zwei große Kochtöpfe
und einen zerbrochenen Eisenofen über die Landschaft verstreut gefunden.
Auch gab es einige Müllhaufen aus zerfallenen rostigen Blechdosen
und Glasscherben, in denen ich den Bauch einer braunen Glasflasche mit
der Prägung "Maggi's Suppenwürze" entdeckte - ein Relikt der
deutschen Küche. Das zweistöckige Stationshaus, die kleine Ballonhalle,
der Lagerschuppen und das kleine drehbare Haus für die Drachenwinde
waren jedoch verschwunden. Dies wundert nicht angesichts der Tradition,
dass verlassene Häuser in Spitzbergen entweder als Ganzes an einem
anderen Ort wieder aufgebaut oder deren Bestandteile je nach Gusto für
andere Zwecke verwendet wurden. Als Indiz für frühere Häuser
blieben deshalb oft nur die gemauerten Herdstellen zurück. So war
es auch beim Deutschen Observatorium. Anhand des historischen Fotos fand
ich den Herdplatz mit seinen roten Ziegelsteinen
Mit GPS bestimmte ich die Koordinaten zu 79°09,329
N und 11°36,432 E, Höhe 8 m. In einiger Entfernung lag völlig
zusammenhangslos eine große Rolle mit rostigem Klavierdraht, ein
Relikt der aerologischen Anlage für Drachen und Fesselballonaufstiege
(Abb. 3). Verwendet wurden damals die Köppensche Drachenwinde sowie
Drachen aus Großborstel und Lindenberg (4).
Die Ballone aus Goldschlägerhaut bewährten sich nicht im rauhen Winterklima von Spitzbergen. Auch die von Kurt Wegeners Bruder Alfred (1880-1930) während der dänischen Mylius-Erichsen-Expedition (1906-08) an der grönländischen Ostküste erfolgreich getesteten Gummiballone funktionierten hier nur bei Temperaturen über - 5°C, darunter zerbrachen sie leicht. Jedoch konnten mit ihnen im Sommer am 0,4 mm dünnen Draht Höhen bis zu 5400 m erreicht werden. Es war sehr eindrucksvoll, die Umgebung des Deutschen Observatoriums mit eigenen Augen zu sehen. Nur so kann man sich eine plastische Vorstellung von den lokalen Gegebenheiten der Basisstation machen. Es wäre schön, wenn bei einem nächsten Besuch auch die Bergstation auf dem Thermometerberg (de la Brise-Berg, 590 m) und die Station am Kap Mitra in 7 km Entfernung südwestlich des Observatoriums aufgesucht werden könnten. Dies erscheint für die heutige Beurteilung der früheren bedeutenden Messungen im Rahmen einer Klimatologie der Arktis unerlässlich. Literatur (1) Miethe, A. und Hergesell H. (Hrsg.), 1911,
Mit Zeppelin nach Spitzbergen. Deutsches Verlagshaus Bong & Co., Berlin,
291 S.
Cornelia Lüdecke
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Vor 50 Jahren, am 9. April 1951, verstarb in Oslo
im 90. Lebensjahr der norwegische Geophysiker und Meteorologe Vilhelm Bjerknes
(geb. 14. März 1862, Abb. 1). Wir gedenken dieses Wissenschaftlers,
der heute als Wegbereiter der modernen Meteorologie gilt und wich-tige
Arbeiten hierzu in Deutschland geleistet hat.
Schon Anfang des vorigen Jahrhunderts hatte sich
die Meteorologie in vielen Ländern als angewandte, auf Beobachtungen,
Statistiken, Erfahrungen und den weitgehend bekannten thermodynamischen
Gesetzen basierende Wissenschaft etabliert. Trotz sichtbarer Erfolge schien
die im Grunde empirische Arbeit in eine Sackgasse zu führen, und so
wurde die junge Wissenschaft aus den Bereichen der exakten Wissenschaft
mit Argwohn betrachtet. "Die Astrologie hat sich längst zur Astronomie
entwickelt, aber die Meteorologie ist Meteorologie geblieben", lautete
ein Bonmot dieser Zeit (Schneider-Carius, 1955).
Literatur Bergeron, T. (1962): Vilhelm Bjerknes. Festforelesning
ved Universitetet i Bergen på hundreårsdagen for hans fødsel
14. mars 1962. - Bergen, Oslo: Norwegian Universities Press. 30 S. (Universitet
i Bergen Småskrifter; 11)
Quellen Universitätsarchiv Leipzig: UAL, PA 319 L. Weickmann, Starnberg
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Herr Dipl.-Met. Lutz Rose, Meteorologielehrer an der Lufthansa-Verkehrsfliegerschule in Bremen, betreut auch Studien- und Diplomarbeiten in Zusammenarbeit mit der Hochschule Bremen. In Zusammenhang mit solch einer Arbeit hat sich die Frage nach Flugdrachenaufstiegen z. B. bis ins Tropopausenniveau ergeben. Seines Wissens nach gab es in den 20er oder 30er Jahren solche Aufstiege vom Bodensee aus. Er sucht nun Literatur zu diesem Thema. Vielleicht hat jemand aus dem Arbeitskreis "Geschichte der Meteorologie" Zugang zu Quellen zum Thema? Kontaktaufnahme über LUTZ.ROSE@LFT.DLH.DE. |
Stand: 9. November 2001, Webimplementierung: A. Spekat